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Rezension | Throne of Glass – „Die Erwählte“ – Sarah J. Maas

Buch-Rezension Throne of Glass - Das Cover

Allgemeine Info zum Buch:

Originaltitel: Throne of Glass
Autor/in: Sarah J. Maas
übersetzt von: Ilse Layer
Umschlagkonzept: Balk & Brumshagen
Umschlaggestaltung: talexi
in DE erschienen:  2013
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423760782
Seitenanzahl: 495

Wertung:

Meine Bewertung: 1,5/5

Eine gar nicht so faszinierende Saga über eine nervtötende Bratze, die eine an sich trotzdem ganz nette Hintergrundstory mit ihrem Gehabe vollkommen ruiniert.

Klappentext:

Zwei Männer lieben sie.
Das gesamte Land fürchtet sie.
Nur sie kann das Königreich retten.

Celaena Sardothien ist jung, schön und zum Tode verurteilt.
Doch dann erhält sie eine letzte Chance: Kronprinz Dorian hat sie dazu auserkoren, in einem tödlichen Wettkampf für ihn zu kämpfen.
Gewinnt sie, erhält sie ihre Freiheit zurück.
Verliert sie, bezahlt sie mit ihrem Leben ...

Die faszinierende Saga beginnt.

Rezension & Fazit:

Zuallererst: Vielleicht bin ich ja einfach schon zu alt für die "Throne of Glass"-Bücherreihe. Vielleicht bin ich zu abgestumpft, habe zu wenig Fantasie, vielleicht bin auch zu "klug" (dazu später mehr...).

Mir wurde das Buch bei Amazon unter "Andere Kunden kauften auch" aufgeführt und neugierig klickte ich drauf. Das Buch wird dort mit 4,5 Sternen bei knapp 330 Rezensionen (Stand: August 2020) bewertet, das Thema einer jungen Assassinin in einer Welt voller Magie (naja, zumindest theoretisch vorhanden) hat mich sehr angesprochen, vor allem da ich kurz vorher die "Nevernight"-Triologie von Jay Kristoff gelesen hatte und entsprechend auf Frauen-Krawall gebürstet war. Das Cover-Bild fand ich geil. Was konnte da also schon schiefgehen?

Nun, eh... irgendwie fast alles. "Throne of Glass" ist überhaupt nicht nach meinem Geschmack.

Wir befinden uns in der fiktiven Welt Erilea, genauer im Königreich Ardalan. Hier herrscht ein tyrannischer König, der die Magie verboten hat - aber sich selbst drumherum mogelt und so langsam, aber sicher den gesamten Kontinent besetzt. Klingt ganz gut soweit.
Für mich lebt eine Geschichte aber neben einer gut durchdachten Welt vor allem durch glaubwürdige Charaktere. In diesem Buch wurde mir Celaena Sardothien vorgesetzt - eine unfassbar eingebildete, undankbare, sich selbst beweihräuchernde kleine Bratze, die aus einem mir absolut nicht erkennbaren Grund für jedermann sofort den Mittelpunkt der Welt darstellt. Mir ist klar, dass der Charakter als arrogant dargestellt werden SOLL (schließlich weist mich das Buch auch gefühlt alle zwei Seiten darauf hin), aber selbst als klassischer Anti-Held, mit dem ich trotz allen Macken sympathisieren soll, fällt Celaena für mich durch, denn sie verkörpert einfach alles, was ich an anderen Menschen nicht leiden kann.

Wie auch immer, Celaena war einst die berüchtigste Assassinin Ardalans, wurde aber verraten und schmort nun seit einem Jahr in einem Sklavenlager vor sich hin. Das Buch beginnt mit Celaena's Rettung aus den Salzminen von Endovier durch Dorian, den Kronprinzen von Ardalan, der sie vor eine Wahl stellt: Würde sie bei einem Wettkampf um den Titel "Champion des Königs" seines Vaters gegen 23 andere Mitstreiter gewinnen, so würde sie ihre Freiheit nach 4 Jahren wiedergewinnen. Celaena willigt ein.

Gefühlt die ersten 3/4 des Buches drehen sich dann allerdings nur darum, dass Celaena sich im Schloß von Rifthold, der Hauptstadt Ardalans, breitmacht wie die Made im Speck, andere völlig grundlos anzickt und sich selbst im Spiegel betrachtet, während sie sich vielleicht, eventuell, ab und an und wenn sie Lust hat, ihrem Training widmet, bei dem es im Prinzip ja "nur" um ihr Leben geht.
Abgesehen von Celaena's Zickenterror widmet sich das Buch dann verstärkt ab der zweiten Hälfte des Buches einem dunklen Geheimnis, welches dem Schloß innewohnt.

Als dann einige der Wettkämpfer tot aufgefunden werden, versuchen Celaena, Dorian sowie Chaol, Captain der königlichen Leibwache, der Sache mehr oder weniger gemeinsam auf den Grund zu gehen. Nebenbei wirft sie sich dann aber auch noch Dorian an den Hals, der natürlich völlig hin und weg ist von ihrer Schönheit und ihrer "Klugheit".

Warum ich ständig auf dieser "Klugheit" herumreite? Dies war für mich der absolute Höhepunkt - oder eher Tiefpunkt -  dieses Buches. Wenn ich einem Charakter eine Fähigkeit oder ein Talent zuschreibe, dann muss dieser Charakter dieser Fähigkeit aber durch Taten gerecht werden, um glaubhaft zu sein. Es kann nicht sein, dass mir das Buch über die Gedanken anderer Protagonisten permanent vorschreibt, was ich von jemandem zu halten habe. Als ich dann irgendwo gelesen habe, dass Dorian Celaena für "schrecklich klug" hält, weil sie gerne Bücher liest, war das meine Buch kurz davor, im Müll zu landen. Mit zerrissenen Seiten und Biss-Spuren im Cover.
Selbst als Celaena Chaol beweisen soll, wie klug sie ist, indem sie einen Tatort inspiziert und anhand dessen den Tathergang rekonstruiert - warum auch immer - konnte ich persönlich nicht mehr als einen durchschnittlichen Intelligenzquotienten bei Celaena feststellen. Als Celaena dann den AUGENfresser dafür verantwortlich sieht, dass bei den Ermordeten die GEHIRNE fehlen, war ich mir dann nicht ganz sicher, ob vielleicht nicht Celeana das eigentliche Opfer des "Gehirnfressers" war. Und das bei der einzigen Handlung im gesamten Buch, an der man ein Minimum an Gehirn hätte brauchen können. Wortspiel 😛

Der nächste Punkt, der mich davon abhält, Celaena in irgendeiner Art und Weise ernst zu nehmen:  Von einer zum Töten ausgebildeten Assassinin erwarte ich, dass sie, wenn sie sauer auf jemanden ist, etwas kreativere Methoden auftischt als "Sie wollte ihm am liebsten die Augen auskratzen" ...

Das letzte Viertel des Buches, als es dann endlich zum Wettkampf kommt, ist für mich dann aber in Ordnung gewesen. Weg von diesem ewigen "Wie sehe ich aus? Welches Kleid ziehe ich an? Bin ich nicht schön?". Auch die Charaktere sind - abgesehen von Celaena - eigentlich ganz brauchbar, wobei meine Favoriten hier ganz klar Chaol, Nox und aus irgendeinem Grund der Augenfresser sind. Vielleicht sollte ich mir darüber Gedanken machen ...

Wie auch immer, auch laut Amazon geschriebenen Rezensionen kommt das Buch eigentlich gar nicht so gut weg, wie man aufgrund der Sterne-Bewertung dort meinen sollte. Aber hier wird versprochen, der zweite Band wäre deutlich besser. Ich lass' mich mal überraschen. (Update: Fake-News! Der zweite Teil von Throne of Glass ist mindestens genauso furchtbar!)

Bis dahin,
Tina

 

 

 

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