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Rezension | Unzähmbare Liv Beaufont Buch 1 – „Die rebellische Schwester“ – Sarah Noffke & Michael Anderle

Unzähmbare Liv Beaufont Buch Rezension

Allgemeine Info zum Buch:

Originaltitel: Unstoppable Liv Beaufont Book 1 "The rebellious sister"
Autor/in: Sarah Noffke & Michael Anderle
übersetzt von: 4media Verlag GmbH
in DE erschienen:  2019
Verlag: LMBPN Disruptive Imagination
ISBN: 978-1642025538
Seitenanzahl: 241

Wertung:

Meine Bewertung: 5/5

Klasse Buch über die toughe Liv Beaufont und ihren magischen Arbeitsalltag als Kriegerin im Haus der Sieben.

Klappentext:

Olivia Beaufont liebt es, Dinge zu reparieren und für sich zu bleiben. Sie ist einfach so - aber ihr Leben steht vor einer drastischen Veränderung.

Liv ist ein Rebellin mit königlichem Blut, die auf ihr Geburtsrecht verzichtet hat. Eine Reihe von Morden verändert alles und das Haus der Sieben verlangt von ihr, ihre Rolle als eine von sieben Kriegern zu übernehmen, die zum Schutz der Magie ständig einsatzbereit sein müssen.

Obwohl Liv sich lieber von der Politik und den Verschwörungen fern halten würde, vor denen sie vor Jahren weggelaufen ist, braucht ihre Familie sie. Bis ihre jüngere Schwester, die nächste in der Reihe, das Ruder übernehmen kann, sind es noch zwölf Jahre.

Also, was schadet es, ihre Magie aktivieren zu lassen und ihren Platz als Kriegerin zu akzeptieren?

Alles.

Gerechtigkeit wurde vom Haus der Sieben seit langem nicht mehr richtig praktiziert.

Zumindest nicht bis jetzt.

Rezension & Fazit

"Unzähmbare Liv Beaufont Buch 01 - Die rebellische Schwester" habe ich bereits im  Lesemonat August 2020 vorgestellt und hier folgt nun meine Buchrezension.

Drei Worte: Ich liebe es!

Die heute 22-jährige Olivia Beaufont ist Nummer vier der insgesamt sechs Sprösslinge der zweiten Gründungsfamilie des Hauses der Sieben - eine Art selbsternanntes Aufsichtsgremium, dessen Aufgabe es ist, alles Magische zu beaufsichtigen und entsprechend im Gleichgewicht zu halten. Und sich selbst allerdings über alle anderen magischen Kreaturen zu erheben und sich für etwas Besseres zu halten.

Als Olivia's Eltern fünf Jahre zuvor gleichzeitig bei einem "Unfall" starben, ließ Olivia ihrer Magie blockieren, wandte der magischen Welt den Rücken zu und landete als Schrott-reparierendes Großmaul namens "Liv" bei John und dessen Laden. Immer dabei und noch schneller wieder verschwunden: der magische und sprechende "Kater" Plato, der Liv über die letzten Jahre zu einem guten Freund wurde.

Als jedoch ihre beiden älteren Geschwister, die den Platz ihrer Eltern eingenommen hatten, wiederum gleichzeitig sterben und nun Liv's achtjährige Schwester Sophia den Part der Beaufont-Kriegerin im Haus der Sieben übernehmen soll, zögert Liv nicht allzu lange, nimmt deren Platz ein und beugt sich ihrem Schicksal - nicht zuletzt, um endlich auch die mysteriösen Todesfälle ihrer Familie näher untersuchen zu können.

Schnell fällt auf: Da Liv's Magie so lange blockiert war, fällt es ihr schwer, diese wieder zielgerichtet einzusetzen. Dazu kommt ihre... ja, fast schon Abneigung gegen die Magie. Liv möchte sich keinesfalls wie viele der anderen Magier dazu herablassen, alles mit ihrer magischen Kraft zu regeln. Deshalb lehnt sie anfangs jeglichen Umgang und Hilfe der anderen Magier bei ihrer Ausbildung ab und trainiert heimlich mit einem "niederen magischen Wesen" aus der Nachbarschaft.
Liv's bockiges Verhalten und ihre Antipathie führen dazu, dass sie vom Rat der Sieben nur Aufgaben zugewiesen bekommt, die man quasi schon als "dämlich" abstempeln kann - bis sie eines Tages bei einem dieser Fälle durch Zufall mehr erfährt, als sie eigentlich sollte.

Mehr möchte ich zur Handlung an dieser Stelle gar nicht sagen, ich hab gefühlt schon viel zu viel von diesem tollen Buch verraten. Und trotzdem ist es doch schwer, die Handlung hier kürzer zu beschreiben, weil doch einiges miteinander verstrickt ist - wie die magische Welt und der Rat funktioniert, welche anderen magischen Wesen es gibt, warum Liv sich so verhält, wie sie es eben tut.

Dabei ist Liv für mich einer der liebenswürdigsten Charaktere, von denen ich seit langer Zeit gelesen habe. Normalerweise sind die Hauptprotagonisten gerade im Bereich Fantasy hübsch/talentiert/mächtig/(beliebiges positives Adjektiv hier einfügen) und jeder mag sie.
Liv dagegen bildet sich absolut nichts auf ihre höhere Herkunft ein - im Gegensatz zu fast allen anderen Magiern, die sich für die Crème de la Crème der Evolution halten. Sie läuft in heruntergeschlappten Klamotten herum, sagt, was sie denkt, pöbelt, flucht, bricht Streit vom Zaun, ist dabei auch noch tollpatschig und tritt gerne in das ein oder andere Fettnäpfchen ... und hat dabei ihr Herz immer am rechten Fleck und rebelliert geradezu gegen die ungleiche Behandlung der magischen Wesen.
Liv ist einfach so, quasi das absolute Gegenteil von Perfektion -  aber für mich macht sie mit ihrer frechen Denkweise, ihrem sympathischen Verhalten und vor allem ihrem derben Sprachgebrauch trotzdem einen perfekten, greifbaren Helden aus, mit dem ich mich absolut identifizieren kann.

Auch die anderen Charaktere, von Plato über John und Rory bis hin zu einzelnen Mitgliedern des Rats, habe ich schon in diesem ersten Teil richtig liebgewonnen.
Der vermeintlich böse Obermotz ist angemessen undurchsichtig.

Die Haupthandlung (Das Geheimnis um den Tod der Eltern/Geschwister) schlängelt sich wunderbar zwischen mehreren Nebenhandlungen (zugewiesene Fälle bearbeiten, die Arbeit in John's Laden, das Training) hindurch. Dazwischen werden noch Gespräche eingestreut, die wirklich und tatsächlich nur um der Gespräche willen und der dadurch nachvollziehbar entstehenden Beziehungen zwischen den Charakteren da sind, und nicht, um irgendwas zu erklären oder gar die Story zu strecken.

Ich bin mir sicher, dass ich mich wohl noch lange Zeit an dieser Buchreihe erfreuen kann (aktuell bin ich mit Band 3 fertig und warte sehnsüchtig auf die Lieferung der nächsten 4 Bände). Liv Beaufont und die Geschichten rund um ihren magischen Arbeitsalltag haben das Zeug dazu, mein Lieblingsbuch 2021 zu werden.

Bis dahin,
Tina

PS: Noch eine kurze Anmerkung zum Schluß, die zwar nichts mit der eigentlichen Rezension zu tun hat, mir aber trotzdem wichtig ist:
Ich frage ja bei Rezensionen vorab beim Verlag an, ob ich Coverbild und Klappentexte abbilden darf - so auch bei LMBPN und dem verantwortlichen deutschen Team vom 4media Verlag GmbH. Während ich bei anderen Verlagen oft so eine genervte Standard-Antwort erhalte, hatte ich hier zu Frau Anderle und Herrn Schulze einen sehr netten und hilfsbereiten Kontakt. Diese Erfahrung, gepaart mit den Autorennotizen von Sarah Noffke und Michael Anderle am Ende des Buches, gaben mir wirklich das Gefühl, sehr sympathische Menschen mit einer richtigen Leidenschaft für Bücher und die Schriftstellerei vor mir zu haben. Fand ich klasse!

 

 

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