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Rezension | „Drachenaura“ – Stahldrache 02 – McLaughlin & Anderle

Allgemeine Info zum Buch:

Titel (engl. orig.): Steel Dragons Series Book 02
Autor/in: Kevin McLaughlin & Michael T. Anderle
übersetzt von: 4media Verlag GmbH
in DE erschienen:  2020
Verlag: LMBPN Disruptive Imagination
ISBN: 978-1642027242
Seitenanzahl: 286

Wertung:

Meine Bewertung: 2,0/5

Aufgrund richtiggehend nervtötender Anwandlungen der Protagonistin für mich leider keine gute Fortsetzung der Serie.

Klappentext:

Drachen beherrschen die Geschicke der Welt seit Jahrtausenden.

Der Aufstand der Straßengangs von Detroit konnte von Kristen und ihren Kollegen mit Verlusten aber dennoch erfolgreich niedergeschlagen werden. Allerdings fehlt noch immer jede Spur vom mysteriösen SStrippenzieher Mister Black.

Die Kollegen sind von Kristens neu entdeckten Fähigkeiten begeistert, sie haben aber kein Verständnis dafür, dass sie immer öfter gedankenlos vorprescht und damit das gesamte Team gefährdet.

Ein neuer Kollege stößt zur Einheit, der mit seiner unverhohlenen Abscheu für die Ränkespiele der Drachen die Stimmung zwischen Kristen und ihrem Team nicht unbedingt verbessert.

Als sich herausstellt, dass ein Söldnerteam hinter der jungen Polizistin her ist, sucht sie Rat und Ausbildung bei einem erfahrenen Drachen. Sie möchte ihre neuen Fähigkeiten besser in den Griff bekommen, denn sie befürchtet, dass ihr SWAT-Team auch in Zukunft in die Schusslinie geraten könnte.

Rezension & Fazit:

Nachdem ich "Stahldrache 01 - Drachenhaut" von Kevin McLaughlin & Michael T. Anderle gelesen und als zwar sehr kurzweiliges, aber dennoch ganz spannendes Buch empfunden habe, dachte ich mir, es wäre nun im Oktober mal Zeit gewesen für die Fortsetzung der Serie.

Meine Güte, war ich am Kotzen.

Jetzt davon abgesehen, dass der Klappentext bis auf eine Sache bereits ziemlich alles verrät, was im Buch passiert - und zwar eigentlich gar nicht mal so viel - mag ich diesem Buch leider keine weitere positive Rezension geben.

Widmen wir uns hier mal dem ersten Absatz des Klappentextes: "Der Aufstand der Straßengangs von Detroit", also Mehrzahl. Für mich klingt das nach bürgerkriegs-ähnlichen Zuständen auf den Straßen: Molotov-Cocktails, brennende Reifen, auf Mad-Max-Style gepanzerte Autos, Zerstörung überall. Tatsächlich erfuhr man in Teil 1 aber nur von EINER Gang (welches zwar ein buntes Potpourri aus verschiedenen Schurken und Ganoven war, aber das ist mal Nebensache), die EIN Gebäude besetzt hat. Alles also deutlich unspektakulärer, weshalb ich dann auch nicht so ganz nachvollziehen konnte, warum jetzt jeder unserem tollen SWAT-Team permanent auf die Schulter klopfen will. Da Detroit in diesem Buch ja sowieso als kriminelles Paradies dargestellt wird, ist so eine Gebäuderäumung mit absoluter Sicherheit auch schonmal anderen Leuten gelungen, sollte man meinen ... aber wahrscheinlich war bisher keine Kristen Hall involviert gewesen, der neue Superstar-Drache. Hurra. Oder so.

Ja, Kristen. Während ich Kristen im ersten Teil noch gefeiert habe, ging sie mir in "Drachenaura" durchgehend auf die Nerven. Der Grund: ihr Beschützerinstinkt, der zwar auch in Teil 1 schon da (aber immerhin nachvollziehbar) war, in Teil 2 aber anmutet, als wäre das restliche SWAT-Team Kristens persönliches Eigentum, welches auf gar keinen Fall beschädigt werden darf. Gefühlt jeder zweite Satz geht in die Richtung "Oh, warum können die anderen nicht sehen, wie super ich bin; den anderen darf nichts passieren, ich muss alles und jeden beschützen, koste es, was es wolle."
Natürlich ist es prinzipiell ein nobles und hehres Ziel, seine Leute zu beschützen, und natürlich hat der Autor diese Gedankengänge absichtlich in solch hohen Mengen eingesetzt, um die ganze "Wir sind als Team besser"-Geschichte damit noch zu betonen. Aber in diesem für mich unerträglich hohem Ausmaß wirkt Protagonistin Kristen einfach nur dumm wie ein Stück schimmeliges Brot.

Nach Jonesy's Tod in Band 1 kommt Kristen - wie wir dem Klappentext entnehmen können - nicht sonderlich gut mit ihrem neuen Kollegen klar. Gut, das ging von beiden Parteien aus und dieser Geschichtstrang war nachvollziehbar dargestellt. Aber spannend wars dann auch nicht, weil es prinzipiell nur zu einem weiteren Pfeiler der "Teamplay yeah!"-Aussage, die mir permanent geradezu ins Gesicht geschrien wird, verkommt.

Ein weiterer dicker Minuspunkt: Man weiß bereits beim Lesen des Klappentextes (zumindest wenn man auch Teil 1 gelesen hat), wer Mister Black ist. Sein Verhalten fand ich im Buch alles andere als nachvollziehbar: anfangs dachte ich, er wäre ein bißchen rattig auf Kristen, aber diese Vermutung war schnell wieder weg - und was dann übrig blieb, war eine Scheißegal-Einstellung gegenüber einem Bösewicht, aus dem man so viel mehr hätte machen können.

Und das Schlimmste zum Schluß: Weder Zwerge noch Einhörner finden Erwähnung.
Unerhört!

Letzten Endes bleibt für mich daher also nur ein Fazit : für mich ist an dieser Stelle vorerst Schluß mit der Stahldrachen-Serie rund um Kristen und ihr SWAT-Team. Denn wenn ich ein Buch lesen will, in dem ich die Protagonistin nicht leiden kann, kann ich noch auf einen Vorrat an ungelesenen "Throne of Glass"-Büchern zurückgreifen. Kein Thema 😉

Bis dahin,
Tina

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