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Rezension | Diabolic 2 – „Durch Wut entflammt“ – S.J. Kincaid

Allgemeine Info zum Buch:

Originaltitel: The Empress (The Diabolic #2)
Autor/in: S.J. Kincaid
übersetzt von: Ulrich Thiele
in DE erschienen:  2018
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401807706
Seitenanzahl: 464

Wertung:

Meine Bewertung: 2/5

Einfach viel zu viel Krawall im All!

Klappentext:

Ich war kein normaler Mensch.
Keine Kaiserin.
Ich war eine DIABOLIC.

Mit Nemesis an seiner Seite hat Tyrus den Kaiserthron bestiegen. Endlich können sie nach vorne blicken. Endlich kann Frieden in der Galaxie herrschen. Doch eine Diabolic - als Kaiserin? Für Nemesis ist dieses neue Leben kaum vorstellbar. Schnell lernt sie, dass Macht zu besitzen nicht fasselbe ist, wie sie zu erlangen. Und dass Veränderung oft auf Widerstand stößt. Als sich in den Riegen der Grandiloquay eine Verschwörung zum Sturz des jungen Kaisers abzeichnet, weiß Nemesis, dass sie Tyrus um jeden Preis beschützen wird. Doch kann sie, um sich und ihre große Liebe zu retten, wirklich wieder zur erbarmungslosen Diabolic werden?

Rezension & Fazit

Wie ich ja bereits in meiner Rezension zum ersten Teil der Diabolic-Triologie geschrieben habe, war ich ja ursprünglich eigentlich davon überzeugt, dass die Geschichte rund um die Diabolic Nemesis nach Teil 1 aufhört.
Das Buch endet ohne Cliffhanger und überlies so meiner Leser-Fantasie das Ende - tatsächlich war das eigentlich auch mal ganz schön!

Und dann, da gab es plötzlich Teil 2.
Und meiner Meinung nach hätte man sich den vollkommen schenken können.

Ich war nach dem Lesen dermaßen enttäuscht und fast schon verärgert, wie die Geschichte bis auf den letzten Blutstropfen ausgequetscht wurde, nur um dieses Trauerspiel künstlich in die Länge zu ziehen. Die Charaktere verhalten sich unlogisch und völlig entgegen ihrer bisherigen Vorgehensweise, die Story dreht sich im Kreis, und hätte ich ein Buch über Religionsgeschichte lesen wollen, hätte ich mir das statt Diabolic auch gekauft. Dann hätte ich zumindest noch was lernen können.

Die Story beginnt damit, dass Nemesis als Diabolic überraschenderweise von den restlichen C-Promis der Grandiloquay als Kaiserin nicht akzeptiert wird. Ein paar Anschläge und sinnlose Demütigungen später beschließen Nemesis und Tyrus, dass es für alle das Beste wäre, Nemesis zum Menschen erklären zu lassen.

An diesem Punkt beginnt die bescheuertste Odysee in der Geschichte dieser Galaxie.
Das Königspaar macht sich also von A aus auf eine weite Reise nach B, um das Oberhaupt der Helioniker (der Helionismus ist die vorrangige Religion hier) zu treffen. Der hat allerdings gute Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Diabolic und will die Zeremonie daher nicht durchführen, da er WEISS, dass Nemesis ein künstlich geschaffenes Wesen ist.
Aber das macht auch nichts, weil er innerhalb von 2 Buchseiten seine Meinung mir nichts, dir nichts sowieso komplett ändert. How convenient.

Danach schwirrt das Königspaar zurück nach A, um festzustellen, dass die Zeremonie überraschenderweise überhaupt nichts an ihren Problemen geändert hat. Tyrus im Drogensumpf zurücklassend, fliegt Nemesis erneut nach B, um dort hinterrücks zum Sterben zurückgelassen zu werden - sie kommt aber durch einen glücklichen Zufall erneut zurück nach A, um Tyrus letztendlich komplett verändert vorzufinden und ins All entsorgt zu werden. Unterbrochen und in die Länge gezogen wird dieses sinnfrei Hin- und Hergegurke von Religionsgeschichte zum Thema Helionismus.

Und das war bereits die ganze Story. Was soll man dazu sagen?
Sie hat mich unfassbar genervt. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr zum Beispiel einfach ein Mittagsschläfchen machen wollt und alle 5 Minuten klingelt es an der Tür? So in etwa ging es mir mit Diabolic Teil 2.
Gefühlt alle Zwischenhandlungen werden herausgestrichen, sodass nur noch der Krawall-Teil übrig bleibt. Dann kommt trockenes Blabla über Religion. Wieder Krawall, wieder Blabla. Danach blättere ich um, lese den ersten Teil des nächsten Krawalls und erwische mich tatsächlich selbst dabei, wie ich genervt die Augen verdrehe und mir "Boah, was is' denn jetzt schon wieder?" denke.

Dazu die Charaktere. Nemesis war für mich dabei die Schlimmste von allen. Theoretisch kann sie ja keine großartige Charakterentwicklung durchmachen, aber in Teil 1 haben wir ja gelernt, dass sie sehr wohl schon als Diabolic in der Lage war, Gefühle wie Mitleid und Empathie zu empfinden.
Und dann wird das werte Fräulein zum Menschen erklärt und was ist ihr erster Plan? Die Servitoren, also eine andere Art von Kunstwesen - wenn auch dümmer als der Durchschnitt - , "abzuschaffen" (was auch immer das heißen soll). BITTE WAS?
Sollte nicht gerade Nemesis wissen, dass Kunstwesen zu weitaus mehr fähig sein können, wenn nur jemand an sie glaubt? Ach so, ja - das feine Fräulein ist ja jetzt ein Mensch, inklusive menschlicher Nahtod-Erfahrung. Ich vergaß.

Auch Neveni hat eine derart drastische Entwicklung durchgemacht, die so gar nicht zu ihrem bisherigen Charakter gepasst hast.
Die Neveni, die ich kenne, hätte ihre eigentlich unschuldige, wenn auch naive Freundin nicht zum Sterben zurückgelassen (hömma, auch wenn es heißt, sie hat ihr Essen dagelassen - was meint ihr, wo das hinführt, wenn jemand auf einem kaputten Meteor allein im Weltall zurückgelassen wird?). Nemesis ist daraufhin tödlich angepisst und will ihre Freundin ins Nirvana schicken, aber nachdem Neveni sie dann später doch wieder rettet (?), ist alles dann sowieso in Butter.

Mit Tyrus konnte ich in diesem Teil von Diabolic auch überhaupt nicht warm werden, weil er ständig bekifft unterm Sofa liegt. Dazu kommt dann seine ach so praktische Arschloch-Entwicklung, die dann den kommenden dritten Teil der Triologie in irgendeiner Art und Weise rechtfertigen soll.

Ich bin auf jeden Fall maßlos enttäuscht von Diabolic Teil 2.
Und ich mutmaße, dass sich der Untertitel "Durch Wut entflammt" auf die Gefühle der Leserschaft beziehen soll.

Bis dahin,
Tina

 

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