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Gedankenwurm #3 | Stille Nacht, verseuchte Nacht – und was WIR damit tun.

Edit: Dieser Blogpost war eigentlich für den 24. Dezember geplant gewesen. Leider wurde der - aus welchen Gründen auch immer - nicht automatisiert online gestellt, und ich war wie untenstehend zu lesen zu "beschäftigt", um zu kontrollieren, ob alles seine Richtigkeit hat. Hatte es nicht, sorry dafür. In diesem Sinne wünsche ich also nicht nur ein frohes Weihnachtsfest, sondern auch ein schönes Silvester. Kommt gut rüber!

In 2020 steht uns Corona-bedingt ein etwas anderes Weihnachtsfest bevor - in meinem Fall eins ohne viel Verwandtschaftsbesuche, ohne Herumgehetze von A nach B, ohne Last-Minute-Weihnachtseinkäufe. Für mich also eigentlich perfekt! Da hat der ganze Pandemie-Mist ja doch mal eine positive Seite.

Wer jetzt meint, Männe und ich würden über die Weihnachtstage am PC daddeln, was das Zeug hergibt, der irrt - wir sind beide schon länger begeisterte RPG-Brettspiel-Liebhaber und haben uns für die Festtage ein weiteres zugelegt, welches wir nun seit Tag 1 unseres gemeinsamen Urlaubs schon suchten.
Das Thema RPG-Brettspiel/Rollenspiel/Dungeon-Crawler (wie auch immer man diese Art von Brettspielen noch nennen mag) ist ja aktuell sowieso wieder im Kommen, deshalb dachte ich mir, es würde bestimmt nicht schaden, hier dem ein oder anderen Fantasy-Interessierten mal drei solcher Spiele ans Herz zu legen:

Die Legenden von Andor
von Michael Menzel | Kosmos Verlag

"Die Legenden von Andor" würde ich persönlich als Einstiegs-RPG empfehlen. Das Basisspiel ohne Erweiterungen ist aktuell für rund 25 Euro zu haben, was in diesem Segment wohl als relativ günstig zu bezeichnen ist. Der Preisunterschied zu den anderen, untenstehend vorgestellten Spielen kommt allerdings daher, dass hier nur Pappaufsteller anstatt Plastikfiguren verwendet werden.

In "Die Legenden von Andor" spielt ihr mit 2-4 Spielern gemeinsam gegen das Spiel. Dabei könnt ihr löblicherweise zwischen Männlein und Weiblein wählen und startet als Zwerg, Bogenschütze, Zauberer oder Krieger mit unterschiedlichen Fähigkeiten in die erste von insgesamt 5 Legenden.

Was dieses Spiel für mich zu einem super Einstiegsspiel in die Welt der RPG macht: Ihr habt kein dickes Regelwerk vorab zu studieren. Dank der beigelegten Losspiel-Anleitung könnt ihr direkt loslegen, und die angegebene Spielzeit von 60-90 Minuten pro Legende ist ziemlich realistisch.

Vorteile

  • schneller Einstieg in "seichtes" RPG-Gewässer
  • deutscher Autor, daher keine Übersetzungsfehler
  • ohne Erweiterungen relativ günstig

Nachteile

  • nur Pappaufsteller statt richtiger Figuren
  • Zeit in einigen Legenden sehr knapp bemessen
  • kein Mehrspiel-Wert (außer, man hat die Story vergessen...)

Wertung

Für eingefleischte Rollenspieler durch fehlende Weiterentwicklungs-Möglichkeiten des Charakters etwas fade, für alle anderen Interessierten durchaus einen Blick wert.

Sword & Sorcery
von Simone Romano & Nunzio Surace | Ares Games

"Sword & Sorcery" ist ein sogenannter Dungeoncrawler - das bedeutet, die Heldengruppe verläuft sich innerhalb der vom Spiel vorgegebenen Story immer wieder in Höhlen, Kryptas oder anderen unterirdischen Kram. Dabei gibt es im Szenariobuch fest vorgegebene Pläne, wie einzelne Brettspiel-Teile aneinandergelegt werden, wo Türen geöffnet, Fallen platziert und Schätze hinterlegt werden, damit so für jedes Szenario ein unterschiedlicher Spielplan zugrunde liegt.
Hier muss also taktisch immer auf die entsprechenden Räumlichkeiten eingegangen werden, die niemals gleich ausfallen.

Entsprechend hoch fällt hier auch der Preis des Spiels aus: Dank den ganzen verschiedenen Spielmarkern, Plan-Teilen, Plastikfiguren und Karten sind die Produktionskosten entsprechend hoch und die Basisversion des Spiels kostet um die 100 Euro. Dafür wird man aber mit einem Haufen hochwertig hergestellten Kram belohnt. Außerdem sollte hier noch erwähnt werden, dass man dieses Spiel nach dem Durchspielen sehr leicht wieder weiterverkaufen kann (wenn man das denn möchte ... kann ich gar nicht nachvollziehen.).

Mit 1-5 Spielern, entweder als Paladin, Bogenschütze, Zauberin, Krieger-Zwerg oder Schurkin arbeitet man kooperativ Szenario für Szenario gegen das Spiel. Übrigens kann hier ein Spieler auch mehrere Charaktere gleichzeitig spielen. Dabei muss genau abgesprochen bzw. geplant werden, welcher Charakter was in welchem Zug macht, da sonst ganz schnell auch mal die "weichen" Charaktere aus den Latschen kippen.

Ein Szenario wird mit einer Spielzeit von 30 Minuten pro Spieler angegeben, die meiner Meinung nach und je nach Diskussionsumfang und natürlich Spieleranzahl auch deutlich höher ausfallen kann.

Bei "Sword & Sorcery" muss vorab das Regelwerk gelesen werden. Ich persönlich konnte mir selbst nach dessen Studium nicht so recht vorstellen, wie das Ganze ablaufen sollte - diverse Youtube-Videos haben mir da sehr geholfen. Männe und ich wurden dafür mit einem Spiel belohnt, das für mich durch eine hervorragende Story (auf die ich jedoch aus Spoilergründen nicht näher eingehe) und Spielbarkeit (wenn verstanden) die mit Abstand tiefste Immersion der drei hier vorgestellten Spiele vorweisen konnte.

Vorteile

  • mit Abstand beste Story
  • sehr immersiv
  • viel Schnickschnack
  • tolles Kampfsystem

Nachteile

  • Regelwerk recht kompliziert und mit Übersetzungsfehlern
  • teuer
  • wenig Wiederspielwert
  • festgelegte Charaktere (z.B. Magier immer weiblich)

Wertung

Toller Dungeon-Crawler, der mit einer sehr guten Story und interessantem Spielablauf glänzt (den man allerdings manchmal auch erst nach Durchforsten des Internets und diverser Foren 100 %ig versteht).

Gloomhaven
von Isaac Childres | Feuerland Spiele

Auch "Gloomhaven" ist ein Dungeon-Crawler für 1-4 Spieler, die anfangs aus insgesamt 6 Klassen auswählen können: der von ihren Fähigkeiten her relativ klassischen Magierin, dem Barbar, dem Felsenherz und der Schurkin stehen mit der Gedankendiebin und dem Tüftler auch mal etwas andere Klassen gegenüber. Toll!
Insgesamt gibt es jedoch sogar 17 verschiedene Charakterklassen, die jedoch erst nach Beendigung verschiedener Aufgaben oder Szenarien nach und nach zur Verfügung stehen.

Dabei sind hier auch die Rassen sehr erwähnenswert:  keine schicken Elfen und knuddelige Zwerge, sondern teils eigens für dieses Spiel entworfene Rassen wie Ratzen, Inox und Quatryl besiedeln die Stadt und deren Umland.

Anfangs wählt man hier seinen Charakter, gibt ihr/ihm Namen, wählt ihre/seine Fähigkeiten, gibt ihr/ihm ein Lebensziel und formt mit seinem Mitspielern seine restliche Gruppe (für mich ist das übrigens ein kleiner Minuspunkt: ich möchte in einem RPG gerne selbst entscheiden, welche Rasse ich spiele, oder ob Männlein oder Weiblein - in Gloomhaven sind Rassen, Klassen und Geschlecht feststehend, man übernimmt einen vorgeformten Helden und fertig). Auch hier ist es übrigens möglich, als eine Person zwei Charaktere zu übernehmen - hier gibt es dann extra Solospiel-Regeln, da dieses Spiel zwar prinzipiell kooperativ ausgelegt ist, aber Absprachen untereinander explizit nicht erlaubt sind. Eigentlich logisch, denn wer hat mitten im Kampf schon Zeit, groß Taktiken zu besprechen?

Mit der Zeit levelt man seinen Charakter und dessen Fähigkeiten dann auf, bis man letztendlich sein Lebensziel irgendwann erreicht hat, seinen Charakter in Ruhestand schickt und mit einem neu erstellten Charakter weiterspielt.

Das Basisspiel schlägt mit rund 140 Euro zu Buche, was natürlich ein Kracher ist, aber: Mit über 1700 Karten, 95 Szenarien innerhalb der Kampagne sowie der Möglichkeit, zufällig generierte Szenarien erzeugen zu können, ist "Gloomhaven" das mit Abstand umfangreichste der hier vorgestellten Spiele, auch im Hinblick auf das Zubehör: der "Gloomhaven"-Karton bringt 10kg auf die Waage!
Im Übrigen dauert ein Szenario je nach Spieleranzahl zwischen 90-150 Minuten. "Gloomhaven" hat insgesamt also eine enorm lange Spielzeit. Und wenn es einen packt, dann richtig: aktuell spielen wir täglich (!) 1-2 Szenarien durch, freuen uns über jedes Weiterkommen, jeden Erfolg, und sind super gespannt, wann wir endlich den noch versiegelten Schnickschnack und die anderen Klassen freischalten können.

Vorteile

  • lange Spielzeit
  • Kampagnenmodus und zusätzlich generierte Szenarien
  • viel Schnickschnack
  • bestes Kampfsystem
  • enge Verbundenheit zum Charakter
  • Spannung durch später freischaltbaren Inhalt

Nachteile

  • Regelwerk recht kompliziert und mit Übersetzungsfehlern
  • sehr teuer
  • festgelegte Charaktere (z.B. Magier immer weiblich)
  • erneutes Beginnen der Welt nicht möglich, da Aufkleber auf Spielplan und Karten fest angebracht werden (abziehbare Aufkleber können aber dazugekauft werden)
  • wer Ordnung und sein Spiel sauber halten will, muss Hüllen und Organizer dazu kaufen

Wertung

Ich kann mich hier der weitläufigen Meinung nur anschließen: "Gloomhaven" ist aktuell eines der besten Dungeoncrawler auf dem Markt und überzeugt mich (trotz nicht übermäßig spannender Story) rundum: durch tolle Charaktere mit nachvollziehbarer Entwicklung, ein spitzenmäßiges Kampfsystem und unerschöpfliche Abwechslung.

Fazit: Ich kann alle drei Spiele empfehlen, und sie eignen sich hervorragend für ansonsten langweilige Fernsehabende, die über die Weihnachtszeit mit Sicherheit den einen oder anderen wegen fehlender Alternativen treffen werden.

Ich hoffe natürlich trotzdem, dass ihr einige ruhige und schöne Tage verbringen wollt und verabschiede mich hiermit für 2020 aus dem Internet, weil ich süchtig bin 🙂

Bis dahin,
Tina

Rezension | „Drachenaura“ – Stahldrache 02 – McLaughlin & Anderle

Allgemeine Info zum Buch:

Titel (engl. orig.): Steel Dragons Series Book 02
Autor/in: Kevin McLaughlin & Michael T. Anderle
übersetzt von: 4media Verlag GmbH
in DE erschienen:  2020
Verlag: LMBPN Disruptive Imagination
ISBN: 978-1642027242
Seitenanzahl: 286

Wertung:

Meine Bewertung: 2,0/5

Aufgrund richtiggehend nervtötender Anwandlungen der Protagonistin für mich leider keine gute Fortsetzung der Serie.

Klappentext:

Drachen beherrschen die Geschicke der Welt seit Jahrtausenden.

Der Aufstand der Straßengangs von Detroit konnte von Kristen und ihren Kollegen mit Verlusten aber dennoch erfolgreich niedergeschlagen werden. Allerdings fehlt noch immer jede Spur vom mysteriösen SStrippenzieher Mister Black.

Die Kollegen sind von Kristens neu entdeckten Fähigkeiten begeistert, sie haben aber kein Verständnis dafür, dass sie immer öfter gedankenlos vorprescht und damit das gesamte Team gefährdet.

Ein neuer Kollege stößt zur Einheit, der mit seiner unverhohlenen Abscheu für die Ränkespiele der Drachen die Stimmung zwischen Kristen und ihrem Team nicht unbedingt verbessert.

Als sich herausstellt, dass ein Söldnerteam hinter der jungen Polizistin her ist, sucht sie Rat und Ausbildung bei einem erfahrenen Drachen. Sie möchte ihre neuen Fähigkeiten besser in den Griff bekommen, denn sie befürchtet, dass ihr SWAT-Team auch in Zukunft in die Schusslinie geraten könnte.

Rezension & Fazit:

Nachdem ich "Stahldrache 01 - Drachenhaut" von Kevin McLaughlin & Michael T. Anderle gelesen und als zwar sehr kurzweiliges, aber dennoch ganz spannendes Buch empfunden habe, dachte ich mir, es wäre nun im Oktober mal Zeit gewesen für die Fortsetzung der Serie.

Meine Güte, war ich am Kotzen.

Jetzt davon abgesehen, dass der Klappentext bis auf eine Sache bereits ziemlich alles verrät, was im Buch passiert - und zwar eigentlich gar nicht mal so viel - mag ich diesem Buch leider keine weitere positive Rezension geben.

Widmen wir uns hier mal dem ersten Absatz des Klappentextes: "Der Aufstand der Straßengangs von Detroit", also Mehrzahl. Für mich klingt das nach bürgerkriegs-ähnlichen Zuständen auf den Straßen: Molotov-Cocktails, brennende Reifen, auf Mad-Max-Style gepanzerte Autos, Zerstörung überall. Tatsächlich erfuhr man in Teil 1 aber nur von EINER Gang (welches zwar ein buntes Potpourri aus verschiedenen Schurken und Ganoven war, aber das ist mal Nebensache), die EIN Gebäude besetzt hat. Alles also deutlich unspektakulärer, weshalb ich dann auch nicht so ganz nachvollziehen konnte, warum jetzt jeder unserem tollen SWAT-Team permanent auf die Schulter klopfen will. Da Detroit in diesem Buch ja sowieso als kriminelles Paradies dargestellt wird, ist so eine Gebäuderäumung mit absoluter Sicherheit auch schonmal anderen Leuten gelungen, sollte man meinen ... aber wahrscheinlich war bisher keine Kristen Hall involviert gewesen, der neue Superstar-Drache. Hurra. Oder so.

Ja, Kristen. Während ich Kristen im ersten Teil noch gefeiert habe, ging sie mir in "Drachenaura" durchgehend auf die Nerven. Der Grund: ihr Beschützerinstinkt, der zwar auch in Teil 1 schon da (aber immerhin nachvollziehbar) war, in Teil 2 aber anmutet, als wäre das restliche SWAT-Team Kristens persönliches Eigentum, welches auf gar keinen Fall beschädigt werden darf. Gefühlt jeder zweite Satz geht in die Richtung "Oh, warum können die anderen nicht sehen, wie super ich bin; den anderen darf nichts passieren, ich muss alles und jeden beschützen, koste es, was es wolle."
Natürlich ist es prinzipiell ein nobles und hehres Ziel, seine Leute zu beschützen, und natürlich hat der Autor diese Gedankengänge absichtlich in solch hohen Mengen eingesetzt, um die ganze "Wir sind als Team besser"-Geschichte damit noch zu betonen. Aber in diesem für mich unerträglich hohem Ausmaß wirkt Protagonistin Kristen einfach nur dumm wie ein Stück schimmeliges Brot.

Nach Jonesy's Tod in Band 1 kommt Kristen - wie wir dem Klappentext entnehmen können - nicht sonderlich gut mit ihrem neuen Kollegen klar. Gut, das ging von beiden Parteien aus und dieser Geschichtstrang war nachvollziehbar dargestellt. Aber spannend wars dann auch nicht, weil es prinzipiell nur zu einem weiteren Pfeiler der "Teamplay yeah!"-Aussage, die mir permanent geradezu ins Gesicht geschrien wird, verkommt.

Ein weiterer dicker Minuspunkt: Man weiß bereits beim Lesen des Klappentextes (zumindest wenn man auch Teil 1 gelesen hat), wer Mister Black ist. Sein Verhalten fand ich im Buch alles andere als nachvollziehbar: anfangs dachte ich, er wäre ein bißchen rattig auf Kristen, aber diese Vermutung war schnell wieder weg - und was dann übrig blieb, war eine Scheißegal-Einstellung gegenüber einem Bösewicht, aus dem man so viel mehr hätte machen können.

Und das Schlimmste zum Schluß: Weder Zwerge noch Einhörner finden Erwähnung.
Unerhört!

Letzten Endes bleibt für mich daher also nur ein Fazit : für mich ist an dieser Stelle vorerst Schluß mit der Stahldrachen-Serie rund um Kristen und ihr SWAT-Team. Denn wenn ich ein Buch lesen will, in dem ich die Protagonistin nicht leiden kann, kann ich noch auf einen Vorrat an ungelesenen "Throne of Glass"-Büchern zurückgreifen. Kein Thema 😉

Bis dahin,
Tina

Lesemonat | Oktober 2020

Huch, nun ist schon wieder der November fast vorbei und ich habe noch nicht einmal meinen Lesemonat für Oktober veröffentlicht.
Ups 😀

Aaalso … den Anfang im Oktober haben weitere drei Bücher der „Liv Beaufont“-Reihe von Sarah Noffke und Michael Anderle gemacht, und zwar „Die dickköpfige Fürsprecherin“ (Teil 6), „Die unbeugsame Kämpferin“ (Teil 7) sowie „Die außergewöhnliche Kraft“ (Teil 8).
Alles supertolle Bücher, bis hierhin bleibt diese Buchreihe für mich immer auf gleichbleibenden, amüsant-hohem Niveau. Toll!

Vom gleichen Verlag habe ich mir dann auch endlich den zweiten Teil der „Stahldrache“-Serie mit Namen „Drachenaura“ von Kevin McLaughlin & Michael T. Anderle. Teil 1 hatte ich bereits rezensiert und nach meinen verkorksten Maßstäben für ziemlich gut befunden, von dieser Fortsetzung war ich dann leider eher enttäuscht. Die Geschichte hat sich nach meinem Empfinden sehr langsam vorangeschleppt, und eine Protagonistin, die sich ständig für etwas Besseres hält, war mir dann auch eher zuwider. Mal schauen, wann und ob ich dem dritten Teil dann eine Chance gebe …
Update: Hier geht’s zur Rezension zu Teil 2.

Geschichtentechnisch gerettet hat mich Ende Oktober dann Band 1 von „Ophelia Scale – Die Welt wird brennen“ von Lena Kiefer gelesen und auch bereits rezensiert.
Die Geschichte um die 18-jährige Widerstandskämpferin Ophelia, die zwischen ihrem Glauben und Intrigen hin und her geworfen wird, war toll erzählt und der Cliffhanger zum Schluß war mehr als gemein. Selbstredend habe ich die beiden Fortsetzungen der Triologie auch schon gekauft und im November bereits ratzfatz weggelesen.

Jetzt müsste ich aktuell nur mal Zeit haben, die ganzen Bücher auch zu rezensieren … dum di dum …

Bis dahin,
Tina

Rezension | Ophelia Scale – „Die Welt wird brennen“ – Lena Kiefer

Allgemeine Info zum Buch:

Originaltitel: -
Autor/in: Lena Kiefer
Covergestaltung: Carolin Liepins
in DE erschienen:  2019
Verlag: cbj Kinder- und Jugendbuchverlag
ISBN: 978-3-570-16542-3
Seitenanzahl: 464

Wertung:

Meine Bewertung: 4,5/5

Authentische Widerstandskämpferin spielt Agentin in einer verrückt gewordenen Zukunft - mit großer Klappe, viel Gefühl und fettem plot twist.

Klappentext:

Hoffnung ist stärker als Hass,
Liebe ist stärker als Furcht.

Die 18-jährige Ophelia Scale lebt im England einer nicht zu fernen Zukunft, in dem Technologie gesetzlich vom Regenten verboten ist. Die technikbegeisterte und mutige Kämpferin Ophelia hat sich dem Widerstand angeschlossen und wird auserkoren, sich beim royalen Geheimdienst zu bewerben. Gelingt es ihr, sich in dem harten Wettkampf durchzusetzen, wirrd sie als eine der Leibwachen in der Position sein, ein Attentat auf den Herrscher zu verüben. Doch im Schloss angekommen, verliebt sie sich unsterblich in den geheimnisvollen Lucien - den Bruder des Regenten. Und nun muss sich Ophelia entscheiden, zwischen Loyalität und Verrat, Liebe und Hass ...

IM KAMPF UM DIE FREIHEIT RISKIERT SIE ALLES.

Rezension & Fazit

"Ophelia Scale - Die Welt wird brennen" ist das erste Buch einer Triologie, und wie in den meisten Fällen wurde ich bei Amazon über die "Kunden kauften auch"-Kategorie auf diese Buchreihe aufmerksam.

Im Zentrum der Geschichte steht Ophelia, die, wie auch ihr Vater, in jüngeren Jahren ganz vernarrt in fortgeschrittene Technologie war. Im Jahr 2128 beschloß König Leopold, dass Menschen aufgrund des technologischen Fortschritts menschliche Werte und ein soziales Miteinander dermaßen verlernt haben, dass er zur sogenannten "Abkehr" ausruft - dem Verbot aller technischen Geräte und künstlichen Intelligenzen. Dieses Verbot setzt er auch mit aller Härte durch.

Aufgrund dieser Entwicklung geht auch die Ehe von Ophelias Eltern vor die Hunde, sodass Ophelia mit ihrem Vater zu dessen neuer Freundin nach England zieht und sich dort der Widerstandsgruppe "ReVerse" anschließt.

Und hier beginnt auch die eigentliche Geschichte von Ophelia Scale.
Mittlerweile ist Ophelia 18 Jahre alt und ein wichtiger Bestandteil von ReVerse, die mit der Nutzung und dem Stehlen von technischen Geräten der Abkehr erbittert ein Ende zu bereiten versucht. Antrieb dafür ist nicht nur ihr eigenes Verlangen nach einer fortschrittlicheren Welt, sondern auch die Wut auf die Maßnahmen des Königs gegen Widerständler, welche ihre erste große Liebe grausam mit einem "Clearing", also der kompletten Löschung von Erinnerungen, quasi ungeschehen machte.

Als für den Schutz des Königs neue Mitglieder der royalen Garde gersucht und ein landesweiter Wettbewerb gestartet wird, wittert Ophelia ihre Chance, sich persönlich bei König Leopold zu rächen.

Ich denke, ich spoilere nicht, wenn ich sage, dass Ophelia es tatsächlich durch das Auswahlverfahren schafft und so ins Zentrum der Macht nach Maraisville reisen darf, um hier zwischen Dramen und Intrigen fortan ihrer weiteren Ausbildung nachzugehen. Wäre ansonsten ja auch ein sehr kurzes Buch ...
Hier lernt sie (vermeintlich) Freund und Feind kennen, sowie auch Lucien, den Bruder des Königs, den sie im ersten Moment gar nicht als solchen erkennt und mit Hilfe ihres unglaublichen Charmes *hust* verlieben sich die beiden - mehr noch, dank Lucien beginnt Ophelia nun, an ihrer eigentlichen Mission und ihren Überzeugungen zu zweifeln ...

Mehr möchte ich zur Story eigentlich gar nicht sagen.
Und wisst ihr was? Die Geschichte hat mich anfangs nicht ganz überzeugt.

Klar ist Ophelia ziemlich cool und für mich wieder einmal die perfekte Protagonistin mit ihrer großen Klappe. Auch die dystopische Welt, in der "Ophelia Scale" spielt, war für mich gut vorstellbar und sogar die beiden vorherrschenden Ansichten, also sowohl die der Widerstandskämpfer als auch die des Königs, nach verschiedenen Argumentationen zwischen den Charakteren tatsächlich gut nachvollziehbar. Dabei geht es hier weniger nur um das reine Verbot von Technologie, sondern auch, was es für jeden Einzelnen bedeutet, wie die Welt plötzlich Kopf steht, wenn man zwar irgendwie alles, und dennoch nichts hat.

Doch die Handlungen in dem Buch waren anfangs komplett vorhersehbar. Eigentlich hätte mich das zu diesem Zeitpunkt schon stutzig machen müssen. Ich meine, NATÜRLICH ist Ophelia die Auserwählte von ReVerse, die durch das Auswahlverfahren kommt. NATÜRLICH verliebt sich einer der wichtigsten Männer in Maraisville in Ophelia, wieso auch nicht? Sie ist super. NATÜRLICH ist das Boot an der Boje mehr als auffällig.

Und dann ... kommt alles etwa ab dem letzten Drittel des Buches komplett anders.
Ich war völlig baff und hatte mit dieser Entwicklung so überhaupt nicht gerechnet.
Die Autorin hat es meisterhaft geschafft, mich hinters Licht zu führen - beim Beenden des Buches habe ich mich furchtbar naiv gefühlt, weil ich nicht hinter die ganzen Intrigen und Verblendungen gestiegen bin und mich von diesem "Heldin liebt den Bruder des Feindes"-Kinderbuchblabla komplett habe einlullen lassen.
Also ganz großes Kompliment an dieser Stelle für die wirklich ausgeklügelte Story!

Auch die Protagonisten konnten mich entsprechend voll und ganz überzeugen.
Sehr gut fand ich natürlich Ophelia, mutig und tough, und sie kämpft für ihre Überzeugungen. Vor allem ist sie aber auch menschlich - sie lässt sich viel vom Bauchgefühl und ihrer Intuition leiten. Aber - Ophelia als Heldin ist hier ganz einfach auch mal nicht perfekt. Natürlich finde ich es immer ganz toll, wenn die Hauptperson allen anderen in den Arsch tritt, aber sind wir mal ehrlich - es ist, abgesehen davon, dass wir uns im Fantasy-Bereich aufhalten, sehr unrealistisch, dass ein 18-jähriges Mädchen, welches seit 6 Jahren trainiert, in körperlichen Belangen besser ist als ein 30-jähriger Kerl, der seinem Job schon mindestens doppelt so lang ausübt. Das wird hier erfrischenderweise auch mal aufgegriffen, Ophelia muss sich so teilweise durch manche Prüfungen schummeln, um zu bestehen.
Auch ihre wankenden Ansichten bezüglich der Abkehr, ihre Gefühle für Lucien, aber auch die für ihre erste große Liebe, werden für mich nachvollziehbar dargestellt. Manchmal hatte ich diesbezüglich sogar Mitleid mit ihr und an ihrer Stelle wäre ich wohl schon zehnmal verzweifelt. Auch die anderen Charaktere waren authentisch und konnten mich so überzeugen - beziehungsweise, sie haben mich sehr erfolgreich hinters Licht geführt.

Warum ich trotzdem nicht die komplette Punktzahl vergeben habe?
Den einen halben Punkt habe ich dafür abgezogen, dass man meiner Meinung nach noch ein klein wenig mehr aus der Welt hätte machen können, vielleicht irgendetwas mehr in Richtung Steampunk. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung und tut dem Buch an sich mit Sicherheit keinen Abbruch.

Alles in allem konnte mich "Ophelia Scale - Die Welt wird brennen" also vollkommen überzeugen. Eine runde Story, eine glaubhafte Welt, authentische Charaktere, der fieseste Cliffhanger der Welt - natürlich sind Teil 2 "Der Himmel wird beben" und Teil 3 "Die Sterne werden fallen" schon gekauft 🙂

Bis dahin,
Tina

 

Lesemonat | September 2020

Der Lesemonat im September stand bei mir voll im Zeichen der „Liv Beaufont“-Reihe von Sarah Noffke und Michael Anderle.
Nachdem ich Teil 1 geradezu verschlungen und die Buchrezension zu  „Die rebellische Schwester“ mehr als positiv ausgefallen ist, habe ich mir die bisher erhältlichen deutschen Bücher „Die eigensinnige Kriegerin“ (Teil 2), „Die aufsässige Magierin“ (Teil 3), „Die triumhierende Tochter“ (Teil 4), und „Die loyale Freundin“ (Teil 5) allesamt auf einmal im September gekauft und auch gelesen.

Ich liebe diese Buchreihe und kann sie nur jedem empfehlen, der in Fantasy-Büchern nicht immer alles bierernst nimmt und auch mal vor sich hin kichern möchte. Allerdings weiß ich bisher noch nicht, ob ich die restlichen Bücher alle einzeln rezensieren werde. Grund dafür ist, dass die Bücher prinzipiell alle gleich aufgebaut sind – wir haben die große Haupthandlung über den Mord von Livs Eltern und ihren Geschwistern, gepaart mit den für diese Buchreihe typischen Nebenhandlungen wie z.B. dem Abhandeln von Livs Aufträgen, ihre Arbeit in der Werkstatt oder dem „typischen“ Abhängen mit den anderen Charakteren.
Auch wenn Liv in jedem Buch Fortschritte in den einzelnen Handlungen macht, bleibt noch immer das Problem, dass ich in den Buch-Rezensionen eigentlich nicht zuviel spoilern möchte. Deswegen werden die sich halt einfach alle ziemlich gleich lesen. Ich werd mir das mal noch überlegen.

Von meiner Chefin habe ich dann noch ein etwas anderes Fantasybuch bekommen – oder vielmehr einen magischen Thriller, wie sich das Buch selbst bezeichnet. Es handelt sich um Joseph Nassise’s „Hunt Chroniken 1 – Der Schattenseher“.
Aktuell habe ich das Buch noch nicht ganz durch, denn als die Beaufont-Bücher kamen, habe ich alles stehen und liegen gelassen 😀
Prinzipiell fand ich das Buch aber sehr interessant – vor allem wieder wegen dem eher ungewöhnlichen Protagonisten Jeremia Hunt – und werde dazu auch eine Rezension veröffentlichen.

Weiterhin habe ich mir im September noch „Diabolic – Durch Wut entflammt“ von S.J. Kincaid zu Gemüte geführt. Die einzige, die hier durch Wut entflammt war, war ich. Sorry, aber dieses Buch war reine Zeitverschwendung.
Die Rezension dazu findet ihr übrigens hier.

Insgesamt habe ich im September 2020 durch dieses für mich mehr als nervtötende Buch dann auch nicht so viel gelesen wie sonst. Ich gelobe Besserung, und vielleicht sollte ich mir auch mal angewöhnen, Bücher, die ich absolut nicht leiden kann, einfach mal wegzulegen …

Bis dahin,
Tina

Unzähmbare Liv Beaufont Buch Rezension

Rezension | Unzähmbare Liv Beaufont Buch 1 – „Die rebellische Schwester“ – Sarah Noffke & Michael Anderle

Allgemeine Info zum Buch:

Originaltitel: Unstoppable Liv Beaufont Book 1 "The rebellious sister"
Autor/in: Sarah Noffke & Michael Anderle
übersetzt von: 4media Verlag GmbH
in DE erschienen:  2019
Verlag: LMBPN Disruptive Imagination
ISBN: 978-1642025538
Seitenanzahl: 241

Wertung:

Meine Bewertung: 5/5

Klasse Buch über die toughe Liv Beaufont und ihren magischen Arbeitsalltag als Kriegerin im Haus der Sieben.

Klappentext:

Olivia Beaufont liebt es, Dinge zu reparieren und für sich zu bleiben. Sie ist einfach so - aber ihr Leben steht vor einer drastischen Veränderung.

Liv ist ein Rebellin mit königlichem Blut, die auf ihr Geburtsrecht verzichtet hat. Eine Reihe von Morden verändert alles und das Haus der Sieben verlangt von ihr, ihre Rolle als eine von sieben Kriegern zu übernehmen, die zum Schutz der Magie ständig einsatzbereit sein müssen.

Obwohl Liv sich lieber von der Politik und den Verschwörungen fern halten würde, vor denen sie vor Jahren weggelaufen ist, braucht ihre Familie sie. Bis ihre jüngere Schwester, die nächste in der Reihe, das Ruder übernehmen kann, sind es noch zwölf Jahre.

Also, was schadet es, ihre Magie aktivieren zu lassen und ihren Platz als Kriegerin zu akzeptieren?

Alles.

Gerechtigkeit wurde vom Haus der Sieben seit langem nicht mehr richtig praktiziert.

Zumindest nicht bis jetzt.

Rezension & Fazit

"Unzähmbare Liv Beaufont Buch 01 - Die rebellische Schwester" habe ich bereits im  Lesemonat August 2020 vorgestellt und hier folgt nun meine Buchrezension.

Drei Worte: Ich liebe es!

Die heute 22-jährige Olivia Beaufont ist Nummer vier der insgesamt sechs Sprösslinge der zweiten Gründungsfamilie des Hauses der Sieben - eine Art selbsternanntes Aufsichtsgremium, dessen Aufgabe es ist, alles Magische zu beaufsichtigen und entsprechend im Gleichgewicht zu halten. Und sich selbst allerdings über alle anderen magischen Kreaturen zu erheben und sich für etwas Besseres zu halten.

Als Olivia's Eltern fünf Jahre zuvor gleichzeitig bei einem "Unfall" starben, ließ Olivia ihrer Magie blockieren, wandte der magischen Welt den Rücken zu und landete als Schrott-reparierendes Großmaul namens "Liv" bei John und dessen Laden. Immer dabei und noch schneller wieder verschwunden: der magische und sprechende "Kater" Plato, der Liv über die letzten Jahre zu einem guten Freund wurde.

Als jedoch ihre beiden älteren Geschwister, die den Platz ihrer Eltern eingenommen hatten, wiederum gleichzeitig sterben und nun Liv's achtjährige Schwester Sophia den Part der Beaufont-Kriegerin im Haus der Sieben übernehmen soll, zögert Liv nicht allzu lange, nimmt deren Platz ein und beugt sich ihrem Schicksal - nicht zuletzt, um endlich auch die mysteriösen Todesfälle ihrer Familie näher untersuchen zu können.

Schnell fällt auf: Da Liv's Magie so lange blockiert war, fällt es ihr schwer, diese wieder zielgerichtet einzusetzen. Dazu kommt ihre... ja, fast schon Abneigung gegen die Magie. Liv möchte sich keinesfalls wie viele der anderen Magier dazu herablassen, alles mit ihrer magischen Kraft zu regeln. Deshalb lehnt sie anfangs jeglichen Umgang und Hilfe der anderen Magier bei ihrer Ausbildung ab und trainiert heimlich mit einem "niederen magischen Wesen" aus der Nachbarschaft.
Liv's bockiges Verhalten und ihre Antipathie führen dazu, dass sie vom Rat der Sieben nur Aufgaben zugewiesen bekommt, die man quasi schon als "dämlich" abstempeln kann - bis sie eines Tages bei einem dieser Fälle durch Zufall mehr erfährt, als sie eigentlich sollte.

Mehr möchte ich zur Handlung an dieser Stelle gar nicht sagen, ich hab gefühlt schon viel zu viel von diesem tollen Buch verraten. Und trotzdem ist es doch schwer, die Handlung hier kürzer zu beschreiben, weil doch einiges miteinander verstrickt ist - wie die magische Welt und der Rat funktioniert, welche anderen magischen Wesen es gibt, warum Liv sich so verhält, wie sie es eben tut.

Dabei ist Liv für mich einer der liebenswürdigsten Charaktere, von denen ich seit langer Zeit gelesen habe. Normalerweise sind die Hauptprotagonisten gerade im Bereich Fantasy hübsch/talentiert/mächtig/(beliebiges positives Adjektiv hier einfügen) und jeder mag sie.
Liv dagegen bildet sich absolut nichts auf ihre höhere Herkunft ein - im Gegensatz zu fast allen anderen Magiern, die sich für die Crème de la Crème der Evolution halten. Sie läuft in heruntergeschlappten Klamotten herum, sagt, was sie denkt, pöbelt, flucht, bricht Streit vom Zaun, ist dabei auch noch tollpatschig und tritt gerne in das ein oder andere Fettnäpfchen ... und hat dabei ihr Herz immer am rechten Fleck und rebelliert geradezu gegen die ungleiche Behandlung der magischen Wesen.
Liv ist einfach so, quasi das absolute Gegenteil von Perfektion -  aber für mich macht sie mit ihrer frechen Denkweise, ihrem sympathischen Verhalten und vor allem ihrem derben Sprachgebrauch trotzdem einen perfekten, greifbaren Helden aus, mit dem ich mich absolut identifizieren kann.

Auch die anderen Charaktere, von Plato über John und Rory bis hin zu einzelnen Mitgliedern des Rats, habe ich schon in diesem ersten Teil richtig liebgewonnen.
Der vermeintlich böse Obermotz ist angemessen undurchsichtig.

Die Haupthandlung (Das Geheimnis um den Tod der Eltern/Geschwister) schlängelt sich wunderbar zwischen mehreren Nebenhandlungen (zugewiesene Fälle bearbeiten, die Arbeit in John's Laden, das Training) hindurch. Dazwischen werden noch Gespräche eingestreut, die wirklich und tatsächlich nur um der Gespräche willen und der dadurch nachvollziehbar entstehenden Beziehungen zwischen den Charakteren da sind, und nicht, um irgendwas zu erklären oder gar die Story zu strecken.

Ich bin mir sicher, dass ich mich wohl noch lange Zeit an dieser Buchreihe erfreuen kann (aktuell bin ich mit Band 3 fertig und warte sehnsüchtig auf die Lieferung der nächsten 4 Bände). Liv Beaufont und die Geschichten rund um ihren magischen Arbeitsalltag haben das Zeug dazu, mein Lieblingsbuch 2021 zu werden.

Bis dahin,
Tina

PS: Noch eine kurze Anmerkung zum Schluß, die zwar nichts mit der eigentlichen Rezension zu tun hat, mir aber trotzdem wichtig ist:
Ich frage ja bei Rezensionen vorab beim Verlag an, ob ich Coverbild und Klappentexte abbilden darf - so auch bei LMBPN und dem verantwortlichen deutschen Team vom 4media Verlag GmbH. Während ich bei anderen Verlagen oft so eine genervte Standard-Antwort erhalte, hatte ich hier zu Frau Anderle und Herrn Schulze einen sehr netten und hilfsbereiten Kontakt. Diese Erfahrung, gepaart mit den Autorennotizen von Sarah Noffke und Michael Anderle am Ende des Buches, gaben mir wirklich das Gefühl, sehr sympathische Menschen mit einer richtigen Leidenschaft für Bücher und die Schriftstellerei vor mir zu haben. Fand ich klasse!

 

 

Die Saat des weißen Drachen Buchcover

Rezension | Die Saat des weißen Drachen – Uwe Eckardt

Allgemeine Info zum Buch:

Originaltitel: -
Autor/in: Uwe Eckardt
Covergestaltung: Reiko Groß
in DE erschienen:  2017
Verlag: -
ISBN: -
Seitenanzahl: 613

Wertung:

Meine Bewertung: 3/5

Irreführender Klappentext lässt mich mit einer etwas anderen Drachenstory zwar verwundert, aber relativ zufrieden zurück.

Klappentext:

Ein Junge. Ein Drache.
Die Zukunft einer ganzen Welt.

Hast du dich schon einmal gefragt, woher die Märchen und Legenden über Drachen, Trolle und all die anderen sagenhaften Geschöpfe eigentlich kommen? Was wäre, wenn sie nicht nur der Fantasie und der Feder der Geschichtenerzähler vergangener Zeiten entsprungen sind? Was, wenn uns nur ein dünner Schleier von einer magischen Welt voller wundersamer Wesen trennt?
Hättest du den Mut, ihn zu zerreißen?

Um sein Leben zu retten, bleibt Finn keine Wahl. Er muss den Sprung durch den Schleier wagen und stolpert sogleich in ein turbulentes Abenteuer, von dessen Ausgang nicht weniger als die Zukunft einer ganzen Welt abhängt. Einen Drachen auf seiner Seite zu haben, ist dabei schön und gut. Wenn er nur Feuer speien könnte ...

Rezension & Fazit

Wie im Lesemonat August 2020 bereits angekündigt, folgt hier meine Rezension zu "Die Saat des weißen Drachen" von Uwe Eckardt. Endlich auch mal wieder ein deutsches Fantasy-Drachen-Buch, welches im Internet allerdings eher gemischt rezensiert wird. Warum das so ist, kann ich teilweise nachvollziehen, denn der Klappentext verspricht allein von der Story her meiner Meinung nach eigentlich etwas anderes - was allerdings für meinen Geschmack nicht ganz so schlimm war.

Für mich suggeriert der Klappentext, dass Finn - so der Name des Hauptcharakters in "Die Saat des weißen Drachens" - den Schleier zu einer anderen Welt herunterreisst, entsprechend ganz viel böses Viehzeug in unsere normale Welt reist und er nun mit Hilfe eines Drachens die Bösewichte stoppen oder das Tor schließen oder was auch immer tun muss, wobei der Drache keine große Hilfe ist, weil er kein Feuer spucken kann. Tja - komplett falsch gedacht!

Dass Bror, also der Drache, kein Feuer spucken kann, ist für die eigentliche Story unrelevant, weshalb ich nicht ganz verstehe, warum dieser Punkt überhaupt angesprochen wird. Dass Bror außerdem gar nicht Finn's Kumpel ist, fand ich dagegen tatsächlich sehr erfrischend! Endlich ist mal nicht der Hauptcharaktere der, der alles Coole kann und alles Tolle bekommt. Die ganze Gruppe - ja, Finn ist übrigens nicht alleine unterwegs - ist hier wichtig, jeder auf seine Weise - auch wenn natürlich nicht ausbleibt, dass Herr Hauptprotagonist quasi der Mächtigste von allen ist.

Die "richtige" Story beginnt in unserer normalen Realität, wo Finn durch einen Unfall plötzlich eine Art Inselbegabung (auch "Savant-Syndrom" genannt) besitzt. So wird eine Bösewichte-Forschungsabteilung auf ihn aufmerksam, entführt ihn und macht verschiedene Tests mit ihm und den anderen Savanten, die bereits vorher von irgendwo weggegrappelt wurden. Ein gemeinsamer Ausbruchsversuch gelingt, endet allerdings in einer anderen Welt, in der all unsere Märchen-Figuren real sind.
Dort treffen Finn und die anderen Savanten namens Ken, Riku, Emma sowie Bösewichtin Sascha, die zufällig noch mit durchs Tor gefallen ist, auf Schey und ihr Volk, die gerade arge Probleme mit ihren Feinden haben. Die Drachen, die eigentlich für Gleichgewicht in dieser Welt sorgen sollen, sind wahnsinnig und machen daher ihren Job nicht mehr. Und so bleibt es an Finn und den anderen, mit ihren besonderen Fähigkeiten für Ordnung zu sorgen ...

Wie eingangs erwähnt, fand ich es halb so wild, dass die Story eigentlich eine andere war als vermutet. Die Reise quer durch die Fantasy-Welt hat mir gut gefallen, die Vermischung zwischen der Fantasy-Welt und der realen Welt dieses Buches waren für mich okay, die Gruppe hat und trifft interessante Charaktere.
Es gab allerdings keine großartigen Überraschungen, die drei (sehr stereotypischen) Oberbösewichte waren trotz des Umfangs des Buches schneller besiegt als man meinen sollte. Alles in allem war das Buch halt nicht aufregend, eignete sich daher aber ganz gut als entspannende Bettlektüre, wenn man denn gewillt ist, sich in die Fantasy-Welt hineinzuversetzen.

Was mich allerdings gar nicht packen konnte, war die Liebesgeschichte rund um Finn und Schey. Wie aus "Hey, lass zusammen durch Schächte krabbeln" so schnell "Hey, lass pimpern" werden konnte, war mir schleierhaft. Vielleicht ist die Jugend auch in anderen Welten notgeil? Man weiß es nicht. Allgemein hat mein Zeitgefühl in diesem Buch übrigens arg gehadert - manchmal kam es mir so vor, als würde die fortschreitende Zeit einzig anhand von Finn's kleiner werdendem Bauchumfang gemessen werden.

Und was zwar als interessanter Ansatz im dritten Teil gedacht war - nämlich, dass die Geschehnisse plötzlich nicht mehr nur über Finn's Schulter kommentiert werden, sondern jeder einzelne Charakter die gleiche Story aus seiner eigenen Sicht erlebt, ging mir bereits nach dem zweiten Mal gehörig auf die Nerven. Ich hatte so stark das Gefühl, mich im Kreis zu drehen, dass ich wirklich überlegt habe, diesen Teil zu überblättern und erst dort wieder weiterzulesen, wo die Savanten wieder alle beisammen sind.

Summa summarum ist "Die Saat des weißen Drachen" (wo mir tatsächlich auch erst jetzt, wo ich den Namen lese, der Zusammenhang zwischen Story und Titel erschließt) mit Sicherheit kein Buch für Jemanden, der alle möglichen im Buch aufgestellten Behauptungen nachgoogelt und sich an gefundenen Fehlern aufgeilt. Wer sich an tiefgründigen High-Fantasy-Geschichten mit viel Charakterentwicklung erfreut, wird hier nicht glücklich. Außerdem hätte man doch etwas mehr aus der Schleier-Sache zwischen den beiden Welten machen können, epische Schlachten, mehr Action und Chaos einfügen können. Oder auch mehr Steampunk-Elemente. Hier verspielt das Buch definitiv einige Punkte.

Aber für jüngere Semester oder einfach "für zwischendurch" halte ich das Buch jedoch für durchaus lesenswert.

Bis dahin,
Tina

 

Rezension | Diabolic 2 – „Durch Wut entflammt“ – S.J. Kincaid

Allgemeine Info zum Buch:

Originaltitel: The Empress (The Diabolic #2)
Autor/in: S.J. Kincaid
übersetzt von: Ulrich Thiele
in DE erschienen:  2018
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401807706
Seitenanzahl: 464

Wertung:

Meine Bewertung: 2/5

Einfach viel zu viel Krawall im All!

Klappentext:

Ich war kein normaler Mensch.
Keine Kaiserin.
Ich war eine DIABOLIC.

Mit Nemesis an seiner Seite hat Tyrus den Kaiserthron bestiegen. Endlich können sie nach vorne blicken. Endlich kann Frieden in der Galaxie herrschen. Doch eine Diabolic - als Kaiserin? Für Nemesis ist dieses neue Leben kaum vorstellbar. Schnell lernt sie, dass Macht zu besitzen nicht fasselbe ist, wie sie zu erlangen. Und dass Veränderung oft auf Widerstand stößt. Als sich in den Riegen der Grandiloquay eine Verschwörung zum Sturz des jungen Kaisers abzeichnet, weiß Nemesis, dass sie Tyrus um jeden Preis beschützen wird. Doch kann sie, um sich und ihre große Liebe zu retten, wirklich wieder zur erbarmungslosen Diabolic werden?

Rezension & Fazit

Wie ich ja bereits in meiner Rezension zum ersten Teil der Diabolic-Triologie geschrieben habe, war ich ja ursprünglich eigentlich davon überzeugt, dass die Geschichte rund um die Diabolic Nemesis nach Teil 1 aufhört.
Das Buch endet ohne Cliffhanger und überlies so meiner Leser-Fantasie das Ende - tatsächlich war das eigentlich auch mal ganz schön!

Und dann, da gab es plötzlich Teil 2.
Und meiner Meinung nach hätte man sich den vollkommen schenken können.

Ich war nach dem Lesen dermaßen enttäuscht und fast schon verärgert, wie die Geschichte bis auf den letzten Blutstropfen ausgequetscht wurde, nur um dieses Trauerspiel künstlich in die Länge zu ziehen. Die Charaktere verhalten sich unlogisch und völlig entgegen ihrer bisherigen Vorgehensweise, die Story dreht sich im Kreis, und hätte ich ein Buch über Religionsgeschichte lesen wollen, hätte ich mir das statt Diabolic auch gekauft. Dann hätte ich zumindest noch was lernen können.

Die Story beginnt damit, dass Nemesis als Diabolic überraschenderweise von den restlichen C-Promis der Grandiloquay als Kaiserin nicht akzeptiert wird. Ein paar Anschläge und sinnlose Demütigungen später beschließen Nemesis und Tyrus, dass es für alle das Beste wäre, Nemesis zum Menschen erklären zu lassen.

An diesem Punkt beginnt die bescheuertste Odysee in der Geschichte dieser Galaxie.
Das Königspaar macht sich also von A aus auf eine weite Reise nach B, um das Oberhaupt der Helioniker (der Helionismus ist die vorrangige Religion hier) zu treffen. Der hat allerdings gute Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Diabolic und will die Zeremonie daher nicht durchführen, da er WEISS, dass Nemesis ein künstlich geschaffenes Wesen ist.
Aber das macht auch nichts, weil er innerhalb von 2 Buchseiten seine Meinung mir nichts, dir nichts sowieso komplett ändert. How convenient.

Danach schwirrt das Königspaar zurück nach A, um festzustellen, dass die Zeremonie überraschenderweise überhaupt nichts an ihren Problemen geändert hat. Tyrus im Drogensumpf zurücklassend, fliegt Nemesis erneut nach B, um dort hinterrücks zum Sterben zurückgelassen zu werden - sie kommt aber durch einen glücklichen Zufall erneut zurück nach A, um Tyrus letztendlich komplett verändert vorzufinden und ins All entsorgt zu werden. Unterbrochen und in die Länge gezogen wird dieses sinnfrei Hin- und Hergegurke von Religionsgeschichte zum Thema Helionismus.

Und das war bereits die ganze Story. Was soll man dazu sagen?
Sie hat mich unfassbar genervt. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr zum Beispiel einfach ein Mittagsschläfchen machen wollt und alle 5 Minuten klingelt es an der Tür? So in etwa ging es mir mit Diabolic Teil 2.
Gefühlt alle Zwischenhandlungen werden herausgestrichen, sodass nur noch der Krawall-Teil übrig bleibt. Dann kommt trockenes Blabla über Religion. Wieder Krawall, wieder Blabla. Danach blättere ich um, lese den ersten Teil des nächsten Krawalls und erwische mich tatsächlich selbst dabei, wie ich genervt die Augen verdrehe und mir "Boah, was is' denn jetzt schon wieder?" denke.

Dazu die Charaktere. Nemesis war für mich dabei die Schlimmste von allen. Theoretisch kann sie ja keine großartige Charakterentwicklung durchmachen, aber in Teil 1 haben wir ja gelernt, dass sie sehr wohl schon als Diabolic in der Lage war, Gefühle wie Mitleid und Empathie zu empfinden.
Und dann wird das werte Fräulein zum Menschen erklärt und was ist ihr erster Plan? Die Servitoren, also eine andere Art von Kunstwesen - wenn auch dümmer als der Durchschnitt - , "abzuschaffen" (was auch immer das heißen soll). BITTE WAS?
Sollte nicht gerade Nemesis wissen, dass Kunstwesen zu weitaus mehr fähig sein können, wenn nur jemand an sie glaubt? Ach so, ja - das feine Fräulein ist ja jetzt ein Mensch, inklusive menschlicher Nahtod-Erfahrung. Ich vergaß.

Auch Neveni hat eine derart drastische Entwicklung durchgemacht, die so gar nicht zu ihrem bisherigen Charakter gepasst hast.
Die Neveni, die ich kenne, hätte ihre eigentlich unschuldige, wenn auch naive Freundin nicht zum Sterben zurückgelassen (hömma, auch wenn es heißt, sie hat ihr Essen dagelassen - was meint ihr, wo das hinführt, wenn jemand auf einem kaputten Meteor allein im Weltall zurückgelassen wird?). Nemesis ist daraufhin tödlich angepisst und will ihre Freundin ins Nirvana schicken, aber nachdem Neveni sie dann später doch wieder rettet (?), ist alles dann sowieso in Butter.

Mit Tyrus konnte ich in diesem Teil von Diabolic auch überhaupt nicht warm werden, weil er ständig bekifft unterm Sofa liegt. Dazu kommt dann seine ach so praktische Arschloch-Entwicklung, die dann den kommenden dritten Teil der Triologie in irgendeiner Art und Weise rechtfertigen soll.

Ich bin auf jeden Fall maßlos enttäuscht von Diabolic Teil 2.
Und ich mutmaße, dass sich der Untertitel "Durch Wut entflammt" auf die Gefühle der Leserschaft beziehen soll.

Bis dahin,
Tina

 

Buchrezension Diabolic von SJ Kincaid

Rezension | Diabolic – „Vom Zorn geküsst“ – S.J. Kincaid

Allgemeine Info zum Buch:

Originaltitel: The Diabolic
Autor/in: S.J. Kincaid
übersetzt von: Ulrich Thiele
in DE erschienen:  2017
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401602592
Seitenanzahl: 488

Wertung:

Meine Bewertung: 3,5/5

Sci-Fi-Action ohne Action im Weltall, dafür mit viel Drama, Intrigen und spannenden Wendungen.

Klappentext:

Eine DIABOLIC ist stark.
Eine DIABOLIC kennt kein Mitleid.
Eine DIABOLIC hat eine einzige Aufgabe:
Töte, um den einen Menschen zu schützen,
für den du erschaffen wurdest.

Als Nemesis und Tyrus sich am Imperialen Kaiserhof begegnen, prallen Welten aufeinander. Sie - eine Diabolic, die tödlichste Waffe des gesamten Universums. Liebe ist ihr völlig fremd. Er - der Thronfolger des Imperiums, der von allen für wahnsinnig gehalten wird. Liebe ist etwas, das ihn nur schwächen würde. Dass ausgerechnet diese beiden zusammenfinden, darf nicht sein. Denn an einem Ort voller Intrigen und Machtspiele ist ein Funke Menschlichkeit eine gefährliche Schwachstelle ...

Rezension & Fazit

In einer fernen Realität, in der wissenschaftlicher Fortschritt, Empathie und ein menschlicher Umgang miteinander ein absolutes No-Go sind, lernen wir Nemesis kennen. Nemesis ist eine sogenannte Diabolic - ein künstlich erzeugtes Wesen, welches einem einzigen Zweck dient: den einen Menschen zu schützen, auf den es geprägt wurde. Die erforderlichen Eigenschaften einer solchen Tötungsmaschine werden den Diabolics direkt mit in die Wiege gelegt: Sie sind skrupellos, gefühlskalt und verfügen über unmenschliche Stärke und Schnelligkeit.

Nemesis wurde auf Sidonia Impyrean geprägt - ein zartes, friedliches Mädchen, welches Nemesis immer als ebenbürtigen Menschen betrachtet hat. Eines Tages wird Sidonia unter einem Vorwand jedoch direkt vor den Kaiser beordert wird, um für die Sünden ihres Vaters zu büßen. Doch an Sidonias statt reist Nemesis zum Chrysanthemum, um die einzige Person zu schützen, die sie lieben kann ...

Und ab hier beginnt für mich die eigentliche Story von "Diabolic - Vom Zorn geküsst". Es ist bestimmt schon 2-3 Jahre her, dass ich das Buch erstmals gelesen habe. Der Anfang bis zu dem Teil, an dem Nemesis endlich am Chrysanthemum ankam, hatte mich damals schon ziemlich gelangweilt, weil dort viele Punkte angesprochen werden (wie beispielsweise die Vorbereitungszeit auf den kaiserlichen Hof), deren Einzelheiten für mich überhaupt nicht weiter interessant waren.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass dies ausschließlich für den Leser als ein kleiner Ausflug in die Welt der Grandiloquay und deren Möglichkeiten gedacht ist, da man ansonten im kompletten Buch eigentlich keinerlei Hintergrundinfos bekommt, was in dieser Welt eigentlich so abgeht. Hier habe ich aber stark gemerkt, dass die Autorin eben eine SIE ist - statt cooler Exo-Skelette, Roboterkämpfen und Lichtschwert-Action gibt es hier Schönheitsbots und jede Menge bis obenhin ausstaffierte D-Promis in Glitzer-Klamotten, die unter Drogen in einem Raumschiff, dass aussieht wie eine Blume, permanent herumtanzen. Ernsthaft - mehr hat die Zukunft nicht zu bieten? Das fand ich schon ziemlich fade.

Auf dem Chrysanthemum angekommen, muss Nemesis lernen, sich wie ein Mensch zu verhalten - nicht nur ihren Charakter anpassen, sondern auch jegliche Körperregungen - und wird nach und nach Zeuge der unfassbar grausamen Welt voller Dekadenz, Gewalt und Intrigen, mit der sich die "herrschende" Klasse der Grandiloquay die Zeit vertreibt. Wahrscheinlich genau deshalb kann Nemesis sich bald anpassen und knüpft erste Freundschaften - zu Neveni, die ihr zu einer mehr oder weniger guten Freundin wird, und unter anderem auch zu Tyrus, der Sohn des Kaisers, der immer wieder durchblicken lässt, dass er gar nicht so wahnsinnig ist, wie ihm nachgesagt wird.

Und so lernt Nemesis alsbald noch etwas ganz anderes: dass sie Gefühle empfinden kann und somit wahrscheinlich mehr Mensch ist als der Rest der gesamten Grandiloquay.

Die Liebesgeschichte(n) war zwar ein wichtiger Bestandteil und auch ein kleiner Plotttwist im Buch, ist aber für meinen Geschmack niemals zu penetrant oder kitschig gewesen. Gerade das fand ich in "Diabolic" aber auch eine wichtige Kernsache - hätte sich Nemesis plötzlich um 180 Grad zur liebenden Tussi entwickelt, hätte ich wohl im Strahl gekotzt. Ich stehe ja sowieso immer mehr auf die "Bösen" - wobei man von Nemesis eben nicht sagen kann, dass sie schlecht ist (zumindest auch nicht schlechter als das Gesindel der Grandiloquay). Aber die Art der Autorin, wie sie beschreibt, was Nemesis alles im Hinterkopf haben muss und versucht, um menschlich zu wirken ("blinzeln"), fand ich schon ganz große Klasse.
Und auch ihre Selbstzweifel aufgrund der Gefühlssache, zu der sie ja eigentlich gar nicht in der Lage sein darf, wurden nur dezent eingesetzt, sodass sie für mich nachvollziehbar blieben.

Am interessantesten fand ich allerdings das Ende. Auch wenn der Spannungsbogen zum Ende hin etwas absackte, so war ich mir doch eigentlich sicher, dass mit diesem Buch nach Teil 1 Schluss war. Ich war mit dem relativ offenen Ende ohne Cliffhanger vollkommen zufrieden, habe gefühlt alles erlebt und mich von den Charakteren geistig bereits verabschiedet. Und nun habe ich vor einer Woche durch Zufall gesehen, dass es sich bei "Diabolic" um eine Triologie handelt und zumindest ein weiterer Teil in Deutschland verfügbar sind.
Voller Vorfreude habe ich mir Teil 2 "Diabolic - Durch Wut entflammt" bestellt, gelesen, und ... um Gottes Willen, was haben sie nur getan?!
(Update: Was sie getan haben, könnt ihr hier nachlesen: Buch-Rezension zu Diabolic 2 "Durch Wut entflammt")

Bis dahin,
Tina

Gedankenwurm #2 | Der Wahnsinn, so bleu!

Die Veröffentlichung meines Blogs musste jetzt nochmal etwas auf sich warten lassen. Der Grund: perfektes Timing meinerseits!

Es war schon länger geplant, „mein“ Zimmer zu renovieren. Bei unserem Einzug vor knapp 8 Jahren hatten wir so ziemlich das ganze Haus auf den Kopf gestellt und renoviert, bis auf diesen einen Raum, der ja „gar nicht so schlimm“ aussah. (Und ja, wir haben beide unser eigenes Zimmer, und eigentlich möchte ich gar nicht nachzählen, wie oft uns das vor diversen Ehestreitereien gerettet hat. Jedenfalls ziemlich oft.)
Auf jeden Fall: Was wir zu diesem Zeitpunkt aber nicht wussten – die Vorbesitzer waren starke Raucher und hatten kurz vor unserem Einzug neu über die schon angesiffte Tapete gestrichen. Nun ist es ja leider so, dass sich Nikotin innerhalb weniger Wochen wieder durch die Farbschicht frisst, allerdings war bis dahin mein Zimmer voll eingerichtet und ich hatte keinerlei Elan, alles direkt wieder rauszuräumen und nochmal von vorne anzufangen. Wir einigten uns darauf, erst einmal den Rest des Hauses zu machen und dann mal zu schauen.

Da wir unglaublich motivierte und innovative Handwerker sind (NOT), hat es auch nur bis heute, also 8 Jahre, gedauert, bis mein Zimmer nun auch ein wenig Liebe abbekommen hat. Ich wollte das auch unbedingt jetzt machen, weil ich zum Bloggen und für meine ganzen Bücher unbedingt mehr Platz gebraucht habe.
Aber ich sage euch – für die nächsten 8 Jahre habe ich auch schon wieder die Schnauze voll vom Renovieren. Mindestens.

Start der Renovierung
Es begann eigentlich ganz harmlos. Ich hatte mir extra 14 Tage Urlaub genommen, um mich bloß nicht selbst zu stressen und das Ganze ganz entspannt angehen zu können. Ich fing also total motiviert an, Sachen aus dem Raum herauszutragen und die Tapete abzuwaschen, um an Tag 3 streichen zu können. Dabei dachte ich mir, ich könnte eigentlich auch zu diesem Zeitpunkt schon einmal das Nikotin von Fenster und Rahmen kratzen. Gesagt, getan – Leiter hingestellt, und beim Hinaufklettern auf die Leiter irgendeine Ecke der Metallstufen ins Bein gerammt. Blut überall. Schnauze voll, zwei Tage beleidigt.

An Tag 4 fing ich also an zu streichen. Dazu muss ich sagen, unser Haus ist ein Altbau und hat auch im 1. Stock eine Deckenhöhe von 2,80 Meter.
Leider wollte ich mich mit meinem verletzten Stolz nicht dazu herablassen, die verfluchte Leiter überhaupt nur anzuschauen, geschweige denn, sie nochmal zu benutzen. Also hatte ich letztendlich jede Menge Spaß damit, mit meiner gottgegebenen Körpergröße von 1,70 Meter, meinem Farbroller und der knapp 1 Meter langen Verlängerung die Decke mit 4×5 Meter über Kopf zu streichen, wobei dann letztendlich auch noch mehr Farbe in meinem Gesicht als an der Decke landete.

Farbenchaos
Die Decke und drei Wände sollten weiß werden, eine Wand wollte ich petrol haben.
An Tag 4 & 5 habe ich alles weiß gestrichen – mehrmals. Die später petrolfarbene Wand habe ich nicht noch extra weiß grundiert, die Tapeten waren nicht mehr die neuesten und ich war mir wirklich nicht sicher, wieviel Farbe da überhaupt noch draufpasst. Anmerkung der Redaktion, also mir: Natürlich wäre es wirklich wichtig und äußerst sinnvoll gewesen, die versifften Tapeten nach so vielen Jahren einfach wegzumachen und komplett neu zu tapezieren. Ende der Anmerkung.

Die Ecken zur petrolfarbenen Wand habe ich mit Malerkrepp abgeklebt und nur dort noch kurz mit Weiß drübergeschmiert, damit die Ränder später schön scharf werden.

An Tag 6 habe ich mit einem kleineren Farbroller, mit dem ich nicht so herumspritzen wollte, dann petrol gestrichen. Wie das aber eben so ist, wenn man mit einem kleinen Farbroller streicht, war das Ergebnis ein superfleckiges Durcheinander. Auch nach dem zweiten Anstrich. Dann wechselte ich wieder zurück auf den großen Farbroller, um festzustellen, dass bei den vielen Dingen, die ich nicht kann, noch eine Sache dazu kommt, die ich erst recht nicht kann: Farbroller auswaschen.
Das Ergebnis war ein petrolfarbener Fleckenteppich mit weißen, verwässerten Streifen, und petrolfarbenen Spritzern an den weißen Wänden und der Decke. Hurra!

Nach etlichen Nachbesserungen bin ich jetzt aber total in love mit meiner bleu-turquoisen Wand (siehe auch Titelbild). Einziges Problem: beim Abfotografieren ist die Wand einfach rein blau. Ich musste für das Foto Photoshop-Muskeln spielen lassen.
Dazu nochmal eine Anmerkung: Ist euch schonmal aufgefallen, dass es für Männer nur die Farben „Blau“, „Hellblau“ oder „Dunkelblau“ gibt? Mein Bub konnte mit der Farbe „Petrol“ absolut nichts anfangen, und als im weiteren Gespräch ganz grafikdesigner-typisch Farbnamen wie „reines Cyan“, „Marineblau“, „Royalblau“ oder „Preussischblau“ fielen, hat er mich für komplett bescheuert erklärt.

Stinketeppich und das Untendrunter
Als nächstes kam dann der alte Teppich raus. Bei unserem Einzug war der wirklich noch schön gewesen, sofern man von alten Standard-Teppichen von „schön“ sprechen kann. Aber nach 8 Jahren regelmäßiger Frequentierung mit allem möglichen Bäh, also dem ein oder anderen Hundekotzfleck, verschütteten und klebrigen Getränken und nikotinverseuchtem Staub, war der Teppich wirklich fertig.
Eigentlich auch traurig … nachdem der Teppich wahrscheinlich seit 15 Jahren dort fröhlich und unversehrt herumlag, habe ich gerade mal die Hälfte dieser Zeitspanne gebraucht, um ihn vollends herunterzuranzen. Hmm.
Gott sei Dank lies sich der Teppich gut lösen, aber was darunter zum Vorschein kam, hat uns erst mal zum Rätseln gebracht. Als Trittschalldämmung war hier anscheinend Malervlies benutzt worden, welches schon so alt sein musste, dass es vor dem Einbau der Ölheizung verlegt wurde und sogar auch unter den Heizungsrohren verlief. Beim Lösen des Vlies zerfiel es quasi noch in unseren Händen zu Staub und setzte eine „interessant“ riechende, mit Sicherheit lösemittelhaltige Wolke frei, die uns schlichtweg umhaute. Ich habs dann meinen Mann alleine machen lassen 🙂

Das hatte allerdings eine große Zeitverzögerung zu bedeuten, da Männeke keinen Urlaub hatte. Ich hing meinem Zeitplan von 14 Tagen, in denen ursprünglich geplant war, auch neu zu tapezieren und eventuell sogar die OSB-Platten zumindest mal mit Nikotinstopp zu behandeln, also nach nicht mal der Hälfte schon komplett hinterher.

Soziale Verpflichtungen
Etwas, was ich ja gar nicht mag – vor allen Dingen nicht, wenn ich meinen Tag schon verplant habe – ist, wenn andere Leute dann ankommen und mir einen Strich durch die Rechnungen machen. Grund dafür war mein Geburtstag.
Ich selber mache mir absolut nichts aus Geburtstagen, weder bei mir selbst noch bei anderen. Wenn man jemanden mag, kann man das meiner Meinung nach ruhig das ganze Jahr über zeigen, und nur aus kommerziellen Gründen dann plötzlich an diesem einen Tag mit Schrott um sich werfen, den der Beschenkte eh nicht braucht – nein, danke. Aber meine Eltern & Schwiegerleute laden wir an meinem Geburtstag trotzdem zum Essen ein, einfach weil es aus irgendeinem Grund die einzige Möglichkeit ist, dass wir alle mal ohne Zeitdruck und Stress zusammensitzen und quatschen können.

An Tag 7 war also mein großer Tag. Zuvor hatte mich meine Mum angeschrieben, ob sie mir einen Kuchen backen sollte. Ich lehnte dankend ab.
Als wir uns dann im Restaurant unserer Wahl einfanden, erklärte mir meine Mutter, sie hätte mir einen Kuchen gebacken, aber der war noch zu warm und hatte sich nicht aus der Springform lösen lassen. Ich solle am nächsten Tag vorbeikommen und meinen Kuchen holen. Prinzipiell war das zwar lieb gemeint, aber … hmmm. Ich hatte anderes geplant, aber gut. Also haben wir den restlichen Abend den eher zweifelhaften Service in besagtem Restaurant über uns ergehen lassen, der seit dem Corona-Lockdown quasi parallel zu den Autofahrkünsten mancher Leute ins Unterirdische gefallen war.

Als ich dann am nächsten Tag bei meinen Eltern aufschlug, wurde mir von meiner Mutter, die eben den erwähnten Kuchen aus der Springform löste, erklärt, ich würde den Kuchen eh nicht mögen. ALLES KLAR, Tag 7 & 8 renovierungstechnisch für den Po.

Die Zeit ohne PC
Ab Tag 9 musste dann der Schreibtisch mit PC weichen. Auch wenn das für mich als Vollzeit-Nerd ganz furchtbar war, hatte ich so doch endlich mehr Zeit zum Lesen.
Entsprechende Rezensionen folgen die nächste Zeit.

Die restlichen 5 Tage gingen dann, wie oben bereits beschrieben, für Teppichentfernung und Laminat verlegen drauf. Ich wollte konnte da nicht viel helfen.
Nach 14 Tagen stand ich also in einem teilweise renovierten, aber komplett leeren Zimmer.

Ich verbrachte diese 5 Tage hauptsächlich mit Gammeln, Lesen und Saubermachen. Da ich ja so ein unglaublich reinlicher Mensch bin (NOT), war das aber auch dringend nötig. Zur Verdeutlichung: mein Hund hat eine eigene, kleine Couch, die von den Vorbesitzern im Haus gelassen wurde. Haustiere machen nun einmal Flecken, und was ist der einzig richtige Weg, diese loszuwerden? Richtig – eine Decke drüberschmeißen.
Ich war nun mit der unmöglichen Aufgabe konfrontiert, 8 Jahre alten Kauknochen-Sabber aus der Couch zu waschen. Ich bin gescheitert.
Was also tun? Genau: Decke drüber.

Schwedischer Einkaufs-Wahnsinn
An Tag 15 machten wir uns kurzfristig also noch auf zum schwedischen Möbelhaus unseres Vertrauens. Ich hatte mir vorab schon alles zusammengeschrieben, also konnten wir zum Glück relativ schnell durchflitzen und haben nur noch einmal den Notizzettel durchkontrolliert.

Dann kamen wir zu den Schreibtischen. Die fertigen haben mir alle nicht gefallen und waren dank meines geerbten, neuen Widescreen-Monitors sowieso zu klein.
Über den Schreibtisch-Konfigurator hatte ich mir aber etwas Zufriedenstellendes vorab zusammengezimmert. Also kurz Liste mit den ausgestellten Möbeln verglichen und  festgestellt: Oh, es ist Schulanfang, alle Leute kaufen jetzt neue Schreibtische für ihre Blagen. Keinerlei Container mehr da, um die Tischplatte draufzuspaxen. Aber wir, die Handwerker-Könige, die wir sind, haben kurzum einfach andere Container genommen. Ha, denen haben wirs gezeigt. Scheiß auf Schule!

Die Ernüchterung erfolgte nicht einmal eine halbe Stunde später: die ausgesuchte Tischplatte, die oben noch als verfügbar angezeigt wurde, war ausverkauft.
Völlig genervt haben wir dann eine Massivholz-Tischplatte genommen, die ich ursprünglich zwar wollte, mich davon aber verabschiedet hatte, weil sie deutlich teurer war als der übliche Press-Spannplattenmüll. Letztendlich war ich dann zwar vom Einkaufserlebnis an sich genervt, mit dem Ergebnis  aber doch zufrieden. Mein Mann versprach mir, die Möbel die nächsten Tage über aufzubauen, damit ich ENDLICH meinen Rechner wieder benutzen kann. Kein PC, kein Sinn im Leben.

Aufbau-(Un)Spaß
Bereits am nächsten Abend war mein Mann tödlich genervt vom Aufbau der Bücher-Regale. Ich hatte bereits zwei in Normalgröße in meinem Besitz und habe nun ein schmales gekauft, welches man dann mittels V-förmiger Dinger schön um die Ecke stellen kann. Das Anbringen dieser Teile muss so ein furchtbares Gewürge gewesen sein – ich bin froh, dass ich nicht dabei war.

Die Alternativcontainer für den Schreibtisch, die nicht für die Tischplatte gedacht waren, passten überraschenderweise nicht zur Tischplatte. Die Deckel der Container sind so dünn, dass jegliche Schrauben, die man von unten durch den Deckel in die Platte schrauben wollte, einfach im Nirvana verschwanden.
Mann improvisierte, sieht furchtbar aus, aber sieht ja eigentlich auch keiner. Aber man weiß es halt trotzdem …

Die nächste Enttäuschung war dann die Tischplatte an sich. Die ist zwar wunderschön, keine Frage, aber ich halte es irgendwie für falsch, wenn man den Leuten nicht vorher sagt, dass diese komplett unbehandelt ist und erst noch entsprechend geölt und behandelt werden muss. Das war auch beim Ausstellungsstück keineswegs ersichtlich. Beim Auspacken am Abend kam uns einfach ein Zettel mit entsprechenden Hinweisen entgegen gesegelt.
Also den Nachbar wegen Holzöl angehauen und erst die Tischplatte noch 2 Tage lang damit ertränkt.

Das Ende vom Lied
Bis heute ist noch nicht alles eingeräumt, aber ich bin von dem ganzen Thema aktuell so angepisst, dass das auch noch etwas dauern wird.
Nachdem jetzt grob alles an seinem Platz steht, ist natürlich auch der PC wieder aufgebaut. Also setze ich mich früh ganz glücklich mit einer Tasse Eiskaffee vor den Rechner und fange an zu daddeln, um keine 5 Minuten später festzustellen, dass sich durch die kalte Milch an der Tasse Kondenswasser gebildet hat, welches fröhlich und trotz Holzöl quasi ungehindert in meine geliebte Tischplatte sickerte und mir dort einen wunderschönen kreisrunden Wasserfleck hinterlassen hat.

Fick dich, Renovierung!

Bis dahin,
Tina